Zurück aus der Zukunft

Es war ein kalter Silvesterabend, als die Uhr vom 31.12.1999 zum 01.01.2000 umsprang. Das neue Jahrtausend hat begonnen (oder für die Spezialisten, ein Jahr vor dem numerischen Jahrtausendwechsel). Eine neue Zeitrechnung hat begonnen. Eigentlich war man froh, dass weder die Welt bei der Sonnenfinsternis untergegangen ist, noch dass der Y2K Bug die Welt ins Chaos gestürzt hätte. Während der Kai des Jahres 2000 noch eifrig am Silvesterböller verfeuern war, öffnet sich plötzlich ein Portal aus der Zukunft und daraus kommt der Kai des Jahres 2015…

Weiterlesen

Tagebuch von Julian Subatoi Bashir

Sternzeit 32678,9
Halo libes Tagbuck, ich dekne wir wärden zusamen ser vil Spaas miteinanter haben. Habe heude mit Dettys gespielt. Ich glaub ich nenn den Kookalaaka in der Chule gaps da heude was schönes zum ausmalen. Hat mir ser vil Spaas gemacht. Aber die Chule ist so schwer. Die Lerer nerfen mich imer mit iren Matteaufgaben. 10+5 ist doch wol 21. Wiso krig ich da einen runtergehauen mit dem Roorstok ? Ich bin doch erst in der virten Klase…
Habe gestern Bett nass gemacht…

Sternzeit 32878,9
Habe nach 2 Monaten dauerpauken entlich die Reschtschreibung kapiert.. Mache nur noch 34 Fehler pro Satz. Mama plant nen Ausflug zu nem anderen Planeten. Freue mich chon tooootal. Vater hat die ganze Zeit Mama angeschrin. Ob er mitgekrigt hat, das ich wieder ne 6 in Mattte bekommen habe ? Oder es bett wider so gelbe Flekken hat ?

Sternzeit 32989,1
Bin heute auf diesem doofen Planeten gelandet zusamen mit meinen Eltern. Habe Kookala daheim vergessen. Bin total traurig. Die ganzen Ausssärird… verdamt ist das schwär das wort. Die fremden.. sind sehr komisch aber auch lustich. Dann hat mich Mama ins Krankenhaus gebracht. Bin doch gar nicht krank. Und das Bett ist doch auch troken gewesen.

Sternzeit 32990,2
Hallo liebes Tagebuch,
die haben mir gestern Abend den Kopf aufgeschnitten, am Gehirn herumgearbeitet und komische Dinge mir gespritzt. Ich sehe nun die Welt aus einer anderen Sicht. Ich glaube ich habe meine Bestimmung gefunden. Ich werde nun des Universums schlauestes Wesen. Und ich werde Arzt. Ich glaub der Doktor hat gepfuscht. Ich schreib nun alle Wörter falsch. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich verklag den. Spreche neuerdings feinstes Oxford Englisch. Habe auch keinen Harndrang mehr abends wie früher. Dafür aber morgens einen Kleiderhaken.

Sternzeit 35342,0
Bin endlich einmal versetzt worden auf ne andere Schule. Nach dreimal Wiederholen der vierten Klasse war das endlich mal Zeit. Alle anderen Schüler sind dümmer als ich. Habe dem Lehrer gleich mal gesagt, dass er mich periphär tangiert. Alle haben mich dumm angeguggt. Habe seltsamerweise wieder ein nasses Bett, aber diesmal farblos. Und der Haken nervt.

Sternzeit 42587,3
Nach 13 Jahren habe ich nun endlich mein Abitur geschafft. Natürlich mit 1,0. Jetzt kann ich endlich meiner Bestimmung nachkommen. Als erstes misch ich mal diese Sternenflottenakademie auf und mach ordentlich einen drauf. Hab immer noch kein Gegenmittel gegen diesen doofen Kleiderhaken gefunden.. nach 10 Jahren…

Sternzeit 42842,4
Musste heute nach San Francisco und Mama und Papa verlassen. Endlich bin ich diese verdammten Eltern los. Die sind mir eh zu doof. Die können noch nicht mal Pi auf 1453 Stellen hintern Komma berechnen. Die sind mir zu beschränkt. Aber mein Zimmergenosse ist seltsam. Heißt Paris oder so. Kann der nicht London heißen, so wie der Ort, wo mein Akzent herkommt ? Macht immer auf Proll, weil sein Vater ein ganz großer Admiral ist. Vielleicht kann der mir bei meinem Hakenproblem helfen.

Sternzeit 43952,7
Bin der allerklügste auf der Akademie. Habe heute ein Referat geschrieben über die Kreuzung von Klingonen und Menschen. Ich hab da eine Halb-Klingonin kennengelernt, die ist im ersten Semester. Versuch mich mal an die ranzumachen. Hab ja jetzt so in etwa den Dreh raus, wofür der Haken gut ist 

Sternzeit 43965,6
Boah ist das eine Schlampe. Hat mich sitzengelassen und ist abgehauen. Ich schreibe es hier hin: B’Elanna Torres ist die größte H*** des Universums. Die hat sogar ganz die Akademie geschmissen. War ich zu wild ? Hab mich bei meinem Zimmerkollegen ausgeheult. Wenn der die kennen würde…

Sternzeit 44646,3
Habe heute Abend nen Filmabend gemacht mit Tom Paris. Er hat nen alten Fernseher und alte Datenscheiben repliziert und wir haben uns alte Filme des 20. Jahrhunderts angesehen. Fand die Filme etwas seltsam. Das eine war ein Film über einen Geheimagenten aus den 60er Jahren und das andere war ein Film namens „Emanuelle im Haus der Lüste“. Tom hat auch nen Kleiderhaken **wunder** . Meiner ist aber größer…

Sternzeit 45606,4
Was ? Das kann ja nicht wahr sein. Da ist einer auf dem Campus, der soll noch klüger sein als ich ? Den muss ich mal zurechtstutzen. Ich bin hier der Klügste, nur ich allein.

Sternzeit 45645,5
Kookalaaka ist ein Auge ausgefallen. Musste drei Stunden lang nach dem verdammten Auge suchen.

Sternzeit 45704,3
Jawoll, ich hab es geschafft. Habe dieses Kolvoord-Sternenmanöver des Nova-Geschwaders, in dem der dumme Wesley Crusher ist, sabotiert. Dummerweise ist ein unbekannter Kommilitone draufgegangen. Nun sieht es so aus, als ob er daran Schuld wäre. Paris schmollt die ganze Zeit in meinem Quartier, weil sein Cousin auch dabei gewesen wäre. Pech. Opfer gibt es immer. Jaaaaa, ich bin der beste.

Sternzeit 45784,5
Habe wieder einen Filmabend mit Tom gemacht. Der fliegt nächste Woche weg, denn er wurde befördert. Weiss nicht welches Schiff. Ist ja auch egal. Haben netten Film gekuckt, „Herr der Penisringe“. Glaube, werde das auch mal ausprobieren. Mein Haken ist immer noch größer.

Sternzeit 45845,5
Juchhu, habe alle wichtigen Klausuren, bis auf die große Abschlussklausur geschrieben. Noch einen Monat und ich bin endlich fertig. Bin schon mal in den Rang eines Fähnrichs ehrenhalber befördert worden. Später wird ich direkt zum Lieutenant. Bin sogar schneller als dieser dumme Wesley. Der muss wiederholen. Hehe. Glaube ich werde die Abschlussrede halten. Verdient hätte ich es ja. Ist ja keiner so klug wie ich. Hab jetzt angefangen, mein Hakenproblem mit Gewichten zu beheben.

Sternzeit 45745,3
Bin heute in Elizabeth Lens reingelaufen. Süsses Mädchen. Macht auch Doktor in Medizin. Wird wohl neben mir sitzen in der Klausur. Werde mir großen Ordner auf den Tisch stellen, damit sie nicht abschreiben kann. Sie ist eh doof und hat ne dumme Frisur.

Sternzeit 45845,3
SKANDAL…. Kann ja wohl nicht wahr sein. Die dumme Schnepfe von Lens hat doch tatsächlich besser geschrieben als ich. Wieso hab ich auch nur diese präganglionäre Faser mit einem postganglionären Nerv verwechselt. War wohl ein Fehler, der im Unterbewusstsein begangen wurde. Oh ich muss was zerhauen. Habe mir die Gewichte abgehängt und in die Ecke geworfen. Bringen eh nichts.

Sternzeit 45892,4
WAS ? Erst bin ich nur der zweitbeste, nun darf ich auch die Abschlussrede nicht halten ? Muss außerdem noch meine Eltern ertragen. Hab ich seit 4 Jahren nicht mehr gesehen. Kümmern sich eh nicht sehr um mich. Ich hab nur Kookalaaka und Kookalaaka mich.

Sternzeit 45917,3
Habe von der Sternenflotte eine Liste aller möglichen Einsatzorte geschickt bekommen und muss nun überlegen wohin ich nun will. Risa wäre schön.

Sternzeit 45975,5
Hmmm.. die USS Enterprise hört sich nicht schlecht an. Ihr Doktor scheint gerade im 19. Jahrhundert verschollen zu sein. Vielleicht hab ich da ne Möglichkeit an das Flaggschiff zu kommen. Da soll es den allerklügsten Offizier der Sternenflotte geben. Data. Den muss ich auch noch ausschalten. Hab noch ne Annonce geschaltet in der Starfleet Post. „30 cm langer Kleiderhaken sucht pralle Daunenjacke zum gegenseitigen Abhängen.“ Hat sich bislang keine gemeldet

Sternzeit 46005,3
Die doofe Crusher ist doch noch zurückgekommen. Mich schüttelt es bei dem Gedanken, sie könnte meine Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter sein. Wenn sie so durchtrieben ist wie ihr dummer Sohn, dann ist ja alles möglich. Mach mal gleich nen DNA-Check.

Sternzeit 46032,4
Hab von Starfleet Medical ne dringliche Botschaft bekommen. Auf einem Planeten gibt es ein Problem, bei dem eine intelligente Rasse ausstirbt, weil sie an einer Seuche erkrankt ist. Hab ein wenig nachgeforscht und herausgefunden, dass die Sternenflotte da schon mal war. So ein dummer Doktor namens Phlox hat da Schindluderei betrieben. Ich seh nicht ein, dass ich für so einen dummen Fehler den ein dummer Kerl vor 200 Jahren gemacht hat, meinen guten Ruf zerstört. Sollen die doch verrecken. Der DNA-Check ist negativ verlaufen. Gott sei Dank. Hab auch gehört, dass mein ehemaliger Zimmergenosse jetzt auch Lieutenant wurde. Der ist cool drauf. Auch wenn er nicht mein Hakenproblem beheben konnte.

Sternzeit 46056,5
Dieser Zwischenfall mit den Menk und den Valakis hat mich nachdenklich gemacht und hab ein wenig nachgeforscht. Seltsam. Das Schiff hat offiziell gar nicht existiert auf dem der dumme Doktor war. Scheint wohl aus der Geschichte radiert worden zu sein. Habe nur ein Crewfoto gefunden mit einer hübschen Vulkanierin drauf. Wie sie wohl heute aussehen wird ? Glaub ich hab mich verliebt.

Sternzeit 46134,5
Bekam nen blauen Brief von Starfleet Medical, ich solle mal meinen Arsch hochheben um mir nen Job zu suchen. Lasst mir doch mal Zeit, um meinen Masterplan zu geben. Muss ja noch Data ausschalten. Dann bin ich das klügste Wesen im Universum. Mist. Die geile Vulkanierin ist vor 2 Jahren gestorben. Verdammt. Wir hätten das tollste Paar abgegeben. Die hätte bestimmt sehr viel Erfahrung gehabt und hätte mir bei meinem Hakenproblem geholfen.

Sternzeit 46156,3
Das gibt’s doch gar nicht. Die Vulkanier haben bei mir angefragt. Was soll ich denn da ? Die spitzohrigen Deppen ? Was soll ich da ? Die ganze Zeit Plomeek-Suppe essen. Da kommt mir eh doch jedes Mal die Galle hoch, wenn ich das esse. Ooomph. Hab eh den Hass auf die Vulkanier seit dem T’Pol-Debakel. Hab von Paris per Subspace den Tip bekommen, nen Holopuff zu besuchen für meinen Haken. Weiß nicht so recht.

Sternzeit 46254,2
Hmmm… was sehen meine genetisch verbesserten Augen da ? Eine Stelle am Rande des Föderationsgebiet. Auf einer ehemaligen cardassianischen Raumstation? Terok Nor. Da muss ich hin. Sofort. Werde mir sofort die Koffer packen und meinen Eltern nicht Lebewohl sagen. Sind ja eh Rabeneltern. Muß Kookalaaka nen Schal umlegen sonst bekommt er bei der Reise noch die Grippe. Bin abends noch etwas ausgegangen und da hat mich so eine nette Erstsemestlerin angemacht. War nicht so mein Fall. Hat Angst bekommen vor meinem Kleiderhaken und ist davongelaufen. Was mach ich da nur falsch ? Naja, war eh nicht mein Fall, ich steh eh nur auf Ältere.

Sternzeit 46380,3
Bin an Bord eines ziemlich kleinen stickigen Transporters. Habe gleich mal die Krankenstation besucht und mal gekuckt, was der hiesige Doktor draufhat. Lächerlich. Weiß noch nicht mal, was ein postganglionärer Nerv ist. Bin noch immer nicht drüber hinweg. Selbst Kookalaaka kann mir nicht helfen.

Sternzeit 46383,4
Flug zu der Raumstation DS9 dauert an. Langweilig. Hab da eine junge Kollegin getroffen, die sehr hübsch ist. Ist mir aber zu jung. Soll Wissenschaftsoffizierin an Bord von DS9 werden. Na das wird doch nett. Glaube sie heisst Dachs oder so.

Sternzeit 46388,5
Ich bin nun offiziell verliebt in Jadzia Dax. Diese Frau ist ein Trill und hat schon 7 Leben Erfahrung. Die kann mir bestimmt helfen. Die weiß bestimmt bescheid, was man mit Haken machen kann. Habe gleich den Computer befragt nach den Trill. Hat mir nur was gesagt von irgendwelchen Trill Jod SL Körnern. Glaube muss den Computer des Schiffes umprogrammieren. Sind eh alle unfähig.

Sternzeit 46389,4
Bin immer noch nicht klügstes Wesen des Universums. Aber bin gerade angekommen an Bord von DS9. Die sollten hier mal aufräumen. Bin dreimal gestolpert. Da hat selbst die genetisch verbesserte Gleichgewichtskontrolle nicht mehr geholfen. Habe mich wieder rangemacht an Dax. Glaube ich habe sie bald am Haken. Hat außerdem guten Draht zum Boss. Hoffentlich ist der doof.

Sternzeit 46390,5
Boah, war ich geschockt. Der saudoofe Commander ist mit einem Runabout abgehauen, um irgendne Subraumanomalie zu finden… und ist verschwunden. So schlau wie er war, hat er natürlich meine Göttin mitgenommen. Gott sei Dank hat sie überlebt. Ich hätte Sisko getötet wenn ihr was passiert wäre. Hat der ein Glück. Bin mal gespannt wer der neue Commander wird. Hoffentlich nicht diese dumme Kira. Die hat mich gestern dumm angemacht, weil ich ja angeblich mich nicht um die Belange dieser doofen Bajoraner kümmern würde. Wär doch besser zu den Vulkaniern gegangen. Habe außerdem von Chief O’Brien erfahren, dass ich die Enterprise nur knapp verpasst habe bei meiner Ankunft. Verdammt. Und ich wollte doch das klügste Wesen des Universums werden. Nur Data steht mir im Weg. Naja. Meine Zeit kommt noch.

Sternzeit 46391,4
Habe kaum Zeit. Die Cardassianer bedrohen die Station, Kira ist nur am Nerven und ich krieg diesen seltsamen Odo nicht mehr aus dem Kopf. Habe die ganze Zeit Angst, dass diese Urinprobe von Fähnrich Taylor Odo ist. Glaube ich bekomme so langsam Paranoia. Data hat bestimmt schon von meinem Plan gehört und versucht nun, mich mit Odo auszuhorchen. Habe schon ein Programm geschrieben, dass automatisch ein Kraftfeld errichtet. Nur um sicher zu gehen. Was ist denn eigentlich nun mit dem Haken ? Muß Kookalaaka vor den bösen Cardassianern beschützen.

Sternzeit 46392,5
Commander Sisko hat doch überlebt. Und ich dachte schon, ich könnte das Kommando übernehmen. Bin ja eh der schlauste hier. Cardassianer haben sich gott sei dank nicht an Kookalaaka vergriffen. Hätte bös enden können… für die. Chancen bei Dax steigen. Habe schon wieder Data verpasst. Glaube ich muss mich für das nächste Mal rüsten und suche nach einem Schießstand zum üben…

Sternzeit 46402,5
Habe den cardassianischen Spion kennengelernt. Gott war ich aufgeregt. Wusste gar nicht was ich sagen sollte. Glaub aber, dass der schwul ist. Und auf mich steht. Hat mir nämlich ne Massage gegeben. Aber na ja, der plant bestimmt etwas. Erinnert mich an die alten DVD-Abende mit Tom. Ich glaub ich würde ein gutes Bond-Girl abgeben.

Sternzeit 46404,3
Die Station füllt sich so langsam. Zuerst ein Bajoraner, der von einer alten Widerstandszelle gekommen ist, dann Cardassianer, nun 2 klingonische Schwestern. Da scheint was im Gange zu sein. Ich beginne solangsam Garaks Avancen auf mich wirken zu lassen.

Sternzeit 46405,6
Erwische mich dabei, Make-Up zu tragen. Kookalaaka sieht mich von meinem Nachttisch seltsam von der Seite an. Hab ihn dann ins Bett gelegt und zugedeckt.

Sternzeit 46406,1
Habe in der Datenbank nachgelesen, dass die klingonische Libido 100x stärker ist als die normale Humanoide. Garak scheint die 2 Klingoninnen zu studieren. Er scheint wohl doch bi zu sein. Also ist ein Flotter Vierer drin. Habe Garak aufgetragen mir einen Rock zu schneidern.

Sternzeit 46407,6
Wow, das Teil wird ja immer interessanter. Terroristen sind an Bord und Garak hat mich zum Date in seinem Schneiderladen eingeladen für um 20.55 Uhr. Bin mal gespannt, was da passiert. Was für ein Parfüm soll ich denn tragen ? Ob ich in dem Rock gut aussehe ? Soll ich irgendwelche Toys mitbringen ? Bin so aufgeregt.

Sternzeit 46407,9
Das kann ja wohl nicht wahr sein, da komm ich 2 Minuten zu spät und dann werde ich von Garak hintergangen. Der hat mich ausgenutzt für seine perversen Spiele. Ich musste mich in einer Garderobe verstecken und musste mit anhören, dass er in der Zeit mit Lursa und B’etor rumgemacht hat. OHNE MICH. Er hat mich hintergangen. Nein, das kann nicht wahr sein. Hat die ganze Zeit was von einer Bombe gefaselt, war aber so verletzt in meinen Gefühlen, dass ich ihm nicht mehr richtig zuhören konnte. Oh, das kann doch nicht wahr sein. Sollen die klingonischen Schlampen doch mit ihrem Latinum Trilitium kaufen und sich selber wegsprengen. Und dieser Garak… Ich geh zurück zu meiner Dax. Die würd mich nicht hintergehen.

Sternzeit 46418,3
Habe mich endlich mal an Dax rangemacht und sie während eines seltsamen Puzzles gestört. War die wohl erotischste Erfahrung meines Lebens. Sie hat mir danach mit ihren eiskalten Händen massiert, war definitiv angenehmer als die Massage von Garak. Aaaaah. Ich glaub sie hat echt genug Erfahrung. Wollte ihr imponieren, indem ich dieses dumme Spiel mit meinem überlegenen Intellekt meistere, woran sie sich 300 Jahre lang bisher versuchte, doch konnte das Teil nicht so recht oben behalten. Hoffe mir passiert das bei anderen Dingen nicht noch mal. Vielleicht hab ich ja jetzt was gegen mein Hakenproblem gefunden.

Sternzeit 46419,5
Verdammt, habe Dax beim Flirten mit Sisko erwischt. Das kann ja wohl nicht wahr sein, der ist doch viel zu alt für sie. Erst Garak, dann Dax. Ich hab doch nur Pech. Andererseits macht sie es richtig. Manchmal macht es Sinn mit dem Boss zu schlafen.

Sternzeit 46420,6
Kollege Tom Paris hat mir vor ein paar Wochen erzählt, ich sollte einen Holopuff besuchen, jetzt weiss ich, wieso ich bislang noch nie in einer war, denn so ein Bajoraner hat nach einer Massage ein Messer im Rücken gehabt. Für die Rückenpartien ist das denke ich sehr, sehr entspannend. Werde mir das Holosuiteprogramm mal alleine ansehen.
Habe ausserdem eine seltsame DNS-Probe gefunden, die sich immer mehr entwickelt. Wie schön das so schön in dem Aquarium blubbert.

Sternzeit 46421,1
Habe in das Aquarium kleine alongianische Fische getan. Blubbert noch mehr. Hach wie schön. Die Probe nimmt menschliche Gestalt an.
Odo ist vom Dienst supendiert worden. Soll den Bajoraner auf dem Gewissen haben. Scheint also doch etwas im Schilde zu führen. Beginne den Eingang der Praxis mit Selbstschussanlagen auszustatten.

Sternzeit 46421,5
Alongianischer Fisch knabbert seltsamerweise zwischen zwei Objekten, die aussehen, wie sich entwickelnde Beine. Die zum Humanoiden sich entwickelnde Probe scheint sehr zufrieden zu sein, nach seinem Gesichtsausdruck.

Sternzeit 46421,7
Draußen auf der Promenade scheint ein großer Mob zu kommen. Endlich geht’s hier mal ab. Muss mir nen Klappstuhl vor die Praxis stellen. Und noch Popkorn replizieren.

Sternzeit 46421,8
Hach, ich bin ein Held. Habe Odo entlastet. Damit steht er in meiner Schuld. Also habe ich Macht über ihn. Merke, scheine doch schlauestes Wesen auf der Station zu sein.

Max-Planck Institut für Hexensprüche

Wie ihr wisst, bin ich ja noch relativ jung, und bin ein gutes Bindeglied zwischen Jugend und Erwachsenen. Doch einem Trend bin ich bislang nicht gefolgt. Da kommt alle 2 Jahre ein Buch über einen kleinen englischen Piepmatz auf den Markt, der mit seinem 34 cm langen Zauberstab alle Leute verzaubert. Nein, nicht das was ihr jetzt denkt. Es ist doch nur Harry Potter. Was kann ich dafür, dass seiner so lang ist. Mann, seid ihr versaut. Jedenfalls vor 7-8 Jahren ist mir der Name zum ersten Mal geläufig geworden. Da kam Teil IV der Serie grad raus und alle liefen Amok. Doch nicht nur kleine Kinder, sondern auch Erwachsene. Und da ich die beste Schule der Möglichen Katastrophen besucht habe (d.h. 178 Folgen Star Trek – Das nächste Jahrhundert), wusste ich, dass das eine Verschwörung von innen heraus ist. Jeder Leser dieses Buches wird einer mächtigen Gehirnwäsche unterzogen, um dann dem großen Monster, dass im Inneren der Erde wohnt, zu dienen, und ihm zu helfen, die Erde zu beherrschen. Als George W. Bush in den USA an die Macht kam, wusste ich, dass an meiner Theorie etwas falsch war. Aber egal. Irgendeine böse Kraft mag um diese Bücher zirkulieren, sonst wäre aus einer typischen ALG II-Bezieherin keine millionenschwere Frau geworden. Wahrscheinlich outet sich J.K. Rowling selbst irgendwann als Lord Voldermort, der alle Muggles, d.h. so Menschen wie du und ich ausrotten will. Vor ein paar Jahren soll Voldermort ja angeblich die Gestalt eines Tigers angenommen haben, um Roy zu killen. Der Gelegenheitszauberer Franklin hat auch seine Show verloren. Ihr-wisst-schon-wer dafür verantwortlich ist. Hat eigentlich irgendwer in den letzten 10 Jahren was von David Copperfield gehört? Wahr wohl auch Voldermort. Schlimm Schlimm. Mein Gott, er hat doch nur die Freiheitsstatue verschwinden lassen. Obwohl.. Voldermort… Bush… hmmmmm. Eigentlich glaub ich, dass Voldemort Türke sein muss. Als er das große Zaubererabschlachten begonnen hatte, ist der bestimmt rumgesprungen und hat geschrieben: Ey, voll der Mord ey. Vielleicht ist das die mögliche Verbindung zwischen Lord Mir-doch-egal-wie-der-Typ-heisst und der Al-Kaida…
Wie ihr seht hab ich doch ein wenig in diese magische Welt reingekuckt. Ich hab damals in der Schulzeit noch, versucht mich bei den Kindern unserer Schule anzubiedern, als wir so ein Halloweenfest veranstaltet hab, und hab mich als Harry verkleidet. Hat nichts genutzt. Mir hätte vorher einer sagen sollte, dass es der Potter-Harry war und nicht der Windsor-Harry. Und wieder hab ich sie abbekommen… Kinder. Als ich dann irgendwann mal 46 jährige Frauen als Hermoine Granger rumlaufen gesehen hab, da wusste ich, dass da definitiv ein mächtiger Zauber dahinter steht. Selbst auf dem Ballermann gröhlt man nur noch „Das sind doch keine 34 Zentimeter“. Und als dann die ersten Kinofilme kamen, ist der Hype noch mehr ausgeflippt. Überall kommen Nachahmer auf, die vom großen Kuchen auch was abhaben wollen. Selbst die Politik hat dem ganzen Harry Boom Tribut gezollt. Nächstes Jahr kommt zeitgleich zur Premiere des nächsten Films die Variante der Bundesregierung: „Hartz Potter IV – und die Reform des Arbeitsmarktes“. Ein Grusel-Knaller, der seines gleichen sucht. Aber was würde passieren, wenn unsere Politik Einfluss hätte auf Hogwarts. Würde unser Eliteinternat ein G8 einführen? Ich denke, im Interesse der Gerechtigkeit bin ich für diese Massnahme. Diese Kinder bekommen eine bevorzugte Ausbildung und sind schon nach 7 Jahren fertig. Ich hab 9 Jahre gebraucht, und die ADS-Kinder heute brauchen nur noch 8. Und außerdem muss so ein ausgebildeter Zauberer für die wirkliche Welt wirklich vorbereitet sein.
Angeblich soll Hogwarts sogar im nächsten Jahr ein Max Plack Institut für Hexensprüche bekommen. Der Leiter des bereits bestehenden Max Planck Instituts für Alchemie, Prof. Snape, zeigte sich erfreut über diesen Auftrag. Und das Ministerium für Magie spendiert noch ein Paar Millionen, damit sie nicht ihren Globalhaushalt überschreiten. Das sollte mal ein Vorbild sein für unsere Universitäten. Aber ich denk Harry Potter würde bei der Matheprüfung der nächsten Pisa-Studie auch schlecht abschneiden. Da helfen ihm dann auch keine magischen Sprüche nicht. Große Demonstrationen sind übrigens für die nächsten Monate angekündigt. Das Ministerium für Magie hat angekündigt, dass Hogwarts in nächster Zeit selbständiger agieren soll. Professor Dr. Dr. hc. Mult August Wilhelm Dumbledore hat sich für diese Massnahme ausgesprochen, dass da mehr gemacht werden sollte. Dabei kursieren unter der Studentenschaft seit Monaten Gerüchte, dass man die jetzt schon hohen Studienbeiträge erhöhen müsste auf 1000 Goldstücke pro Halbjahr als allgemeine Studiengebühren, um die Zukunft Hogwarts zu gewährleisten. Doch schon machte sich großer Unmut im Haus Gryffindor breit, Studenten wie Ron W., jetzt bereits im 5. Semester, die bislang alles von den Eltern bezahlt bekommen (und die selbst am Rande des Existenzminimums leben), können sich so etwas nicht mehr in Zukunft leisten. Kommilitonin Hermoine G. meinte dazu, dass es nicht angehen könnte, dass nur noch Studenten in Hogwarts studieren könnten, die von Haus aus gut situiert sind. Langfristig gesehen würde dann nur das Haus Slytherin Studenten stellen können. Die anderen 3 Häuser würden verwaisen. Was soll dann noch aus den Kindern werden? Dumbledore hat es in den letzten Jahren verstanden, Hogwarts in eine Ganztagsschule mit integriertem Internat umzustruktieren mit einer eigenen Infrastruktur und einer eigenen großen Mensa, die über 1000 Mitarbeiter und über 500 Kinder verköstigt am Tag. Man kann nicht glauben was passieren könnte, wenn plötzlich das Internat aussterben würde. Prof Hagrid, der als 1-Euro-Nebenjobber noch zusätzlich Schlüsselmeister ist, sieht seine gesamten Einkünfte in Gefahr. Auch die Förster, die Tag für Tag ihr Leben aufs Spiel setzen, um den verbotenen Wald zu pflegen und zu überwachen, könnten in Zukunft Bezieher von ALG II werden. Aber vielleicht steckt allem doch nur wieder Lord Voldermort, der im Hintergrund der Politik nun versucht, die Fäden zu ziehen… Wobei angeblich soll Lord Voldemort ja Türke sein. Bei einer seiner ersten Touren durch die Zauberschulen Europas hat er einen türkischen Dönerladen überfallen, und man soll nur noch die Worte „Ey allda, Isch voll der Mord ey“ gehört haben…
Ach ja.. so ne Uhr, wie Hermoine sie in Teil III der Saga hat, will ich auch… müsste mal mein Kreuz bei der letzten Bundestagswahl verändern ^^

Lord of the Scheiß – Ein Meisterwerk

Und da gab es dann einen kleinen Roman, den 4 knallharte Mörder-Englisch-LKs unseres Gymnasiums im Jahre 2000 alle zu meistern hatten, Lord of the Flies, written by Sir William Golding. OK, OK, werdet ihr euch fragen, was issn das ? Kenn ich nitt… Keine Sorge. Ich wusste es anfangs auch nicht. Wir wurden im Englisch-LK gefragt, was passieren könnte, wenn eine Gruppe von 50 Jugendlichen auf einer einsamen Insel abstürzt. OK, wenn man davon ausgeht, dass man mit dem Begriff „Jugendliche“ Angehörige beiderlei Geschlechts ansieht, ne mörderische Porno-Partie. Ich habe mir da schon vor Augen so ein Massen-„Blaue Lagune“-Mörderstechen vorgestellt, aber na ja ein wenig pervers kann man ja schon noch sein….
Und was auf jede einsame Insel gehört…. Kannibalen ! Ich habe noch nie einen Film über Gestrandete gesehen ohne irgendsoein Hulla-Hulla-Völkchen, dass in jedem neuen Gast eine schöne Mahlzeit sieht, das Volk muß ja schließlich Fleisch kriegen, man iss ja net Vollvegetarier und außerdem hat man Angst vor Rinderwahn, also muss Menschenfleisch her.
Also da bereitet man sich also seelisch auf so ein Misch-Masch aus seichtem Porno und knallhartem Überlebenskampf, und da bekommt man die wahre Story aufgetischt. Die Jugendlichen sind alle männlich (Shit, höchstens Schwulenporno) und außerdem sind sie allein auf der Insel, also fällt auch das Mittagessen der Kannibalen aus. Also worum geht’s denn eigentlich ?
Die ca. 50 Jugendlichen stürzen mit dem Flugzeug bei so einem spontanen 3. Weltkrieg zwischen West und Ost auf einer Insel ab, Pilot tot und auch die sonstigen Besatzungsmitglieder, also auch kein Gefummel mit den Stewardessen. Da denkt man sich, joo geil, einsame Insel, Sun, Fun, geiles Wetter, und ein Mörderstrand, das Paradies auf Erden. Aber irgendwie muss man sich doch hier organisieren, politisch und so (die Überlebenden sind nämlich so im Alter zwischen 6 und 12). Also nimmt da so ein Junge namens Ralph so eine komische Muschel, trötet und wird sofort zum President of the Kidz. Hey, wenn ich auch mal so eine Trompete auf der Straße finde, werde ich dann auch Bundeskanzler??? Aber wenn man sich überlegt, versuchen das ja auch schon unzählige Panflöten-Combos in den Fußgängerzonen und kommen noch nicht mal bei den Grünen rein…
Naja, man sagt sich also, der iss also Chef. Sofort gibt es da so einen Spalter, der mokiert. Der ist Chef so einer Chorgruppe, katholisch natürlich, und zieht mit seinen Boys natürlich missionierend durch den Dschungel. Später fängt er dann an, unschuldige Wildscheine abzustechen (also doch ne Mordsstecherei, aber anders als ich wollte), und dann geht die Chose auch los. Ein imaginäres, hirngespenstiges Monster soll auf der Insel wüten. Hab ich mir gedacht, geil !!! PREDATOR !!! Die Arbeit schreibt jeder 15 ! Stellt Euch mal vor, da wütet so ein unsichtbares, außerirdisches Wesen auf dieser Insel, schlachtet ein Kind nach dem anderen ab, das wäre eine Lektüre, das Abitur wäre ein Klacks. Der Ralph, der President also, packt plötzlich so seine Muckis aus, findet irgendwo ne MG und geht dann auf die Suche nach dem brutalen Monster und mäht dann alles nieder ! Pustekuchen. Dieses Monster ist nur ein toter Pilot der US Air Force, ein echter MarineS. Diesen Vorfall nutzt der Chorleiter Jack aus und versucht wie einst Kenneth Starr Ralph zu impeachen. Jedenfalls macht er sich selbstständig und zieht mit seiner Horde auf die andere Seite der Insel. Sie schlachten noch mehr Wildschweine, stecken so z.B. den abgehackten Kopf auf einen Stab. Kurze Zeit später findet ein letzter Anhänger Ralphs dieses Teil und läuft dann weg. Mann ist das ein Turnbeutelvergesser. Also ich hätte mit so ’nem Schweinekopf so alles mögliche gemacht, als Kopfbedeckung verwendet oder Fußball damit gespielt, aber der….
Gut er läuft mitten in so ein festliches Ritual der Spalter, die wild rumspringen und rumschreien und das Monster jagen wollen (ihr wisst schon, Predator). Da kommt der Bub also an und wird versehentlich im Blutrausch von den Typen gepfählt. Bitte schön, der Bub ist höchstens 1,30 –1,40 cm hoch, wenn ich mir ein Monster vorstellen würde, dann hätte er so große Hörner, ein großes Maul, wäre mindestens 2 Meter hoch und hätte eine tiefe metallisch klingende Stimme, Predator-like halt. Selbst Konstantin Wecker im Haschrausch würde sagen: „….MMMMHHHHMMM …. der iss aa bisssserrrlll zu klleiin fürn Monster ….PFFFFTTT …. aber er siiehhht füüür sein Allltter verdammmt ffaaaarrrbbigg ausss …“ oder so ähnlich halt. Selbst die einzige Brillenschlange auf der Insel, Piggy, sein Name ist Programm, könnte der Bruder einer ähnlich klingenden Fernsehsau sein, also gewichtsmäßig, kann die Meute nicht zurückhalten. Tja, am nächsten Tag wird ihm die Brille geklaut werden. Als man den Dieben die Brille abnehmen möchte, rasten die aus und bringen den Besitzer einfach um. Also stellt Euch vor, ihr steht da am Berghang und plötzlich fällt da so ein riesig fetter Felsbrocken auf die Birne. Ihr braucht dann kein BSE mehr, auch dann fließt Euch der Hirnschmalz so langsam ausm Schädel. Und da hatte ich als Leser mir so gedacht, Yes, Splatter, Blut, Mord, Yeah, jetzt geht das Gemetzel los und so war es. Ralph ist nun auf sich allein gestellt, und er wird von allen anderen gejagt. Die Boys stecken die ganze Insel an und alles brennt. Letztendlich kommt dann so ein Ami-GI, der soeben ein paar Roten die Hälse aufgeschlitzt hat, kuckt sich so die Lage an und denkt sich seins. Finalement fängt unser Beckenrandschwimmer Ralph am Schluss noch an zu heulen und dann ist das Buch aus.
Was wäre das für ein schöne Buch geworden, wenn Golding ein paar „unexpected plot twists“ eingebaut hätte ??? Stellt Euch mal das Szenario vor, das ich mir oben so gestrickt hätte, also mit Kannibalen und geilen Weibern. Die Leute hätten sich niemals bekriegt. Erstens hätte man die Kannibalen als absolutes Feindbild (so wie es die Russen damals für den Westen waren) und die Mädchen hätten dafür gesorgt, dass einerseits eine schöne Atmosphäre vorhanden wäre und außerdem hätten sie immer gesagt: „Na, man schlägt sich doch nicht, mit Liebe soll man an einen Streit schlichten … “ Knutsch und die Boys hätten den Konflikt sofort vergessen !
Hey, da fällt mir ein, das Buch zieht sich bestimmt über ein paar Monate hin. Lebt mal 3 Monate lang auf ner Insel mit zahlreichen Insekten, Ungeziefer, von Krankheitserreger gar nicht zu sprechen. An einer Stelle wird ein „Toilettenproblem“ angeschnitten. Die Kleinen (Littluns) scheißen die Gegend voll, Piggy bekommt Durchfall (klar, wenn man so dick ist wie er und außerdem, das was man gegessen hat, muss ja irgendwann mal wieder raus !!!) und Ralph beschwert sich über die Abspülmentalität. Hey, ich hätte mir nach 3 Tagen Magenschmerzen freiwillig ein Floß gebaut, denn ich brauche eine ordentliche Spülung, von der Zeitung ganz zu schweigen. Ein wahrer König braucht ein Klo. Und außerdem, da sind 50 kleine Kinder, zum Teil nicht der vollständigen Kontrolle über die eigenen Schließmechanismen fähig. Bedenkt mal, dass die alle 1-2 Tage irgendwohin ihr Häufchen hinmachen, Boah muss das stinken. Klar, jetzt weiß ich wieso das Buch „Lord of the Flies“ (Herr der Fliegen) heißt. Also ich hätte sofort meine 7 Sachen gepackt und wäre abgedampft.
Und irgendwann ist in dem Buch ja der Jack auf die Idee gekommen, die Insel zu erkunden und hat dann so eine Art Felsburg (Castle Rock) gefunden. Stellt Euch vor die Boys hätten eine riesige Hanf-Plantage gefunden. Die hätten den ganzen Abend dann dort rumgestanden, hätten so komische Sachen rumgeschrieen und wären so mit komischen Bewegungen hin und hergesprungen … wartet mal… das haben die doch gemacht !!!! Jetzt wird mir alles klar. Hinter diesem Castle Rock stand so ein komischer mexikanischer Drogenbaron und hat dort seine Hanfpflanzen angebaut. Kein Wunder, dass die die ganze Zeit irgendwelche Monster gesehen haben. Die sind wohl völlig stoned am Strand rumgezappelt und hätten dann so leise gesagt: „Da …. Jack … da, ich sehe es …. Pfffttt (neuer Zug am Joint) …. ein Monster !!!“ „Jo, wo ??“ „Ei doo“. Und dann der Schluss erst, wenn die da die ganze Insel in Flammen steht. Die Insel würde wohl im Guinness Buch stehen unter der Rubrik „Größter Joint der Welt“. Das wäre die wohl größte Drogenpartie der Welt gewesen. An dieser Stelle noch mal der Hinweis: Drogen sind schlecht, Drogendealer sind böse. Also „Keine Macht den Drogen“ (gell Christoph D.?) !
Womit wir also so langsam zum Ende meiner literarischen Erörterung kommen. Was für Lektionen für unser Leben haben wir nach der Lektüre dieses Buches gelernt ? Eine Demokratie ist zum Scheitern verurteilt ohne judikative Absicherung. Gut. Jeder kann zum Wilden werden (besonders die, die sich nach ner 00 schwarzgeärgert haben). Nicht in jeder Muschel kann man eine Perle finden, sondern sie mitunter auch als Musikinstrument verwenden (yeah, stellt Euch die geniale Insel-Combo vor: Der Chor ist der Chor, Jack ist der Hauptsänger, an der Muschel Ralph, an den Drums Roger, an den Turntables das DJ-Duo Samneric und finally guitars by „the Master of Dünnpfiff“ Piggy — das wäre sofort auf Platz 1 der Charts). Außerdem wissen wir wie der MacGyver das immer macht, wenn er ein Feuer entfacht. Er hat so ein Feuer einfach durch so ein Brillenglas gemacht, indem er das Licht so auf brennbares Material fokussiert und dann macht’s puff – schon hast du ein schönes Feuerchen, Schwenker hingestellt und dann das Wildschwein gegrillt. Wieso ist dieses Feuer nicht schon beim ersten Anzeichen auf die ganze Insel übergegriffen, je früher desto besser. Auch desto besser für uns, dann wäre es höchstens eine Short Story von 5 Seiten gewesen….

Zeigzeugen

Lange habe ich geschwiegen, um diese Story zurückzuhalten. Es ist die traurige Geschichte einer armseligen Kreatur, die in unserer Gesellschaft eine hoffnungslose Sklavenarbeit verrichten muss… Dies ist die Geschichte des armen Zeigers Null P.

„Hallo,
Mein Name ist Null P. (vollständiger Name ist dem Blogger bekannt). Ich möchte mich kurz vorstellen, ich bin gelernter Zeiger und bin zur Zeit arbeitslos.

Im Laufe meines Lebens wurde ich nur von der Gesellschaft und von meinen Arbeitgebern ausgenutzt worden. Ich habe früher in meinem Leben schon viel erlebt. Als kleines Kind habe ich Schulkinder ihren Weg nach Hause gezeigt, als Jugendlicher habe ichs vielen Frauen gezeigt, während meiner Abiturzeit habe ich sogar einen Ferienjob als Verkehrsleitschild den Weg zum Brandenburger Tor gezeigt. Nach meinem Abitur habe ich den Boom an der IT-Branche mitgemacht und dort einen lukrativen Job als Zeiger in einem großen mittelständigen Unternehmen bekommen.

Ich habe klein angefangen und zuerst auf kleinere Elemente gezeigt. Einmal habe ich sogar mal als Zeiger auf die Zahl Pi gearbeitet. Meine Mitarbeiter haben meine Fähigkeiten sofort erkannt, und gaben mir immer mehr Jobs. Ich habe auf Bilder gezeigt, auf große Börsendaten und wichtige Forschungsergebnisse. Doch mit immer mehr Aufträgen kamen immer mehr Fehler. Meine Mitarbeiter hatten so viele Ideen, wie man meine Fähigkeiten am besten verwenden könnte. Doch als ich dann aus Versehen in den Himmel gezeigt hatte, wurden meine Mitarbeiter immer skeptischer.

Zu dieser Zeit kam ein weiteres Unternehmen auf, das auch Kaffee produzierte, und das kam vollkommen ohne Zeiger aus. Mein Unternehmen übernahm daraufhin diese Geschäftsidee und wollte ein zunehmend weniger Zeiger verwenden, sozialverträglicher Auslauf-Zeigertum war der Name der im Raum kursierte bis 2018. Was sollte ich machen, ich bin in der Blüte meines Lebens und soll plötzlch aufhören zu zeigen. Die Nerven bei meinen Kollegen lag stellenweise blank, viele zeigten plötzlich auf sich selbst oder ins Nichts. Damit wurde ein schwerer Core Dump der Stufe 4.0 ausgeführt. Als Folge dessen wurden ich und 3600 Kollegen fristlos gekündigt.

Und nun bin ich arbeitslos. Ich habe über 40 Jahre meines Lebens auf wichtige Dinge gezeigt. Gott sei dank habe ich Verwandte, die mir finanziell helfen können, die ihr Geld im Showgeschäft gemacht haben. Ich weiss nicht, ob sie was von den Pointer Sisters gehört haben…

Aber ich will nicht auf diese Hilfe angewiesen sein. Dieser elendige Kaffeebohnenanbieter da … nein gegen so was muss man demonstrieren… Ich zeig denen mal was eine Harke ist. Ein Kollege von mir musste einen Hartz IV-Job annehmen als Wegzeiger auf eine Toilette in einer Discothek; mein bester Freund Fat P. muss nun für einen Euro die Stunde seinen Dienst als Sekundenzeiger auf einem kleinen Bahnhof verrichten. Das ist ein Knochenjob sag ich ihnen. 58 Sekunden muss er sich schnell um seine eigene Achse drehen und dann kann er sich kurz ausruhen, bis er schnell auf seine Ursprungsposition springen muss.

Nein, das ist kein Leben. Ich hoffe, ich komme bald wieder unter bei einer netten Firma… Und dann zeig ich es euch allen…“

iBerlin – Der Soundtrack

Ja, wenn wir schon grad bei Soundtracks sind…
Wie bestimmt viele wissen, lauf ich ja eigentlich immer mit zwei Ohrenstöpsel herum. Natürlich auch in Berlin. Und das schöne an den heutigen MP3-Spielern sind die Zufallsplaylisten, da kann dann schon stellenweise ein interessanter Mix zusammenkommen, und manchmal das was man gerade erlebt richtig passend untermalen…

Pet Shop Boys – Integral
Ein passenderes Lied kann man sich für den 24C3 nicht vorstellen. „Perfect. Immaculate.“ Auch wenn das Lied sich eher mit der ID-Karten-Problematik in UK befasst… es passt 100% zu unserer Vorratsdatenspeicherung. „If you’ve done nothing wrong, you’ve got nothing to fear, if you got something to hide, you shouldn’t be even be here“

Elvis Costello – Beautiful
Passt perfekt zum Labello kaufen, und passt auch sehr gut am Morgen, wenn ein neuer Tag beginnt und man hinaus in das weite Berlin läuft.

Daft Punk – Too Long / Steam Machine
Zug fahren… Tram fahren… braucht man da noch mehr zu sagen?

Booty Luv – Some Kinda Rush
Passt vom Ton her zu den dauernden Zug Wechseln in der U-Bahn. Erwisch ich die nächste U-Bahn… Wo fährt er ab… Wie spät ist es… Wo bin ich überhaupt…

Genesis – Los Endos
Busfahrt zum Flughafen… 🙁

Alizée – Lilly Town
Ich versteh zwar kein Wort was die nette Dame da singt, aber es hört sich gut an… „Planet d’Ice-cream“? Was auch immer ^^.

Alizée – Gourmandises (Remix Gourmand)
Perfektes Lied zum Wandern über den Kuhdamm… also vom Beat her…

Alizée – Mademoiselle Juliette (Alberkam Edit)
aaaaaaaaaaaaah… aaaaaaaaaaaaaahh… wenn wir grad vom Kuhdamm sprechen… mit einigen Blasen an den Füßen passte dieser sehr gute Remix sehr gut zu den Schmerzen.

Daft Punk – Voyager
Für die etwas ruhigeren Momente bei Zugfahrten. Ach ja… das Lied war übrigens auch der Themesong meiner Bachelorarbeit 🙂

Annie – Heartbeat
Melancholisches Wandern durch die Stadt und die Uni… Wenn doch nur noch jemand dabeigewesen wäre…

The KLF – Last Train to Transcentral
Bei Zugfahrten MUSS das Lied doch wohl dabei sein 🙂

Peter, Bjorn & John – Young Folks
Das Lied ist doch heute Teil jedes guten Film-Soundtracks… und passt auch zu langen Berlin-Touren

Rihanna – Breakin‘ Dishes (Soul Seekerz Remix)
Noch ein Lied für lange Märsche

Dr. Motte & Westbam – Love Parade 2000
Es war der 30.12.2007. Strasse des 17. Juni. Siegessäule. Tiergarten. DIE Strecke. Sorry, ich war noch nie auf ner Love Parade. Aber hier. Auf dieser Feiermeile. Gut OK, da wo früher die ganzen Wägen fuhren, standen nun Geldautomaten, Würstchen-Buden und ab und zu Festzelte, in denen Sauf-Schlagerlieder gespielt wurden. Aber hier konnte ich nun endlich einmal das Gefühl erahnen, wie es ist, mit lauter Technomusik im Ohr am Tiergarten entlang zu laufen. Und es war gut so…

Pet Shop Boys – Go West
Ich weiss nicht, welchen Teufel meinen iPod geritten hat, als es dieses Lied per Zufallsgenerator gespielt hat, als ich vom Potsdamer Platz in Richtung Brandenburger Tor marschierte… Nie hat Musik besser gepasst. Sorry an die ganzen Berliner, als ich bei der Musik einen Lachflash nach dem anderen hatte…

Pet Shop Boys – Suburbia
Nur ein paar Meter weiter… und wieder hat mein iPod ein ironisches Meisterwerk vollbracht… vor dem Reichstag stehend, Suburbia von den Pet Shop Boys… „Lets take a ride, run with the dogs tonight, in suburbia“. Hach ich liebe meinen iPod 🙂 Wobei Opportunities eigentlich besser gepasst hätte…

Pet Shop Boys – Fugitive (Richard X Extended Mix)
Beim Check-In im Flughafen… Und nein, ich hab nicht mitgesungen… 🙂

Note to myself… Versuch mal das ganze als Playliste fürs iTunes zusammenzubauen…

Berlin & 24C3 – Letzter Teil

Und dann war auch schon der letzte Tag angekommen… Nun, alles Gute muss auch mal zu Ende gehen, und ja es war die schönste Zeit, die ich erlebt hatte in den letzten paar Jahren. Also hab ich mich dazu entschlossen, den Tag einigermaßen geruhsam ausklingen zu lassen. Zuerst einmal lief ich ziellos am Roten Rathaus vorbei…

… dann am Fernsehturm, he… da is ja was freischwebend…


… man sah bekannte Persönlichkeiten…

… kleine Raketen …

… ikonische Stellen …

… und ne Tram …

… und wo ist das alles zu finden? Genau…

Nun bin ich zuerst zum letzten Mal auf den 24C3 gegangen. Dort gab es einen interessanten Vortrag über den „Arctic Cold War“ über die Vorgehensweisen von Anreinerstaaten an die Antarktis und den beginnenden kalten Krieg um Rohstoffe, kürzere Schifffahrtswege und viel Eis, das bald nicht mehr vorhanden ist. Kann man nur weiterempfehlen den Vortrag, mit einem Hang zur sarkastischen Selbstironie. Seltsamerweise ging nun zum ersten Mal auch mein WLAN seit dem ersten Abend… Hat ja auch lang gedauert … 🙂 Naja…. was sollte man auch erwarten von einem Kongress, wo sich einige Teilnehmer damit brüsteten, Hausverbot beim Media Markt bekommen zu haben, als sie mit Hilfe von TVBeGone mal die ganze Fernsehabteilung lahm gelegt hatten. Nun ja… für mich wars das… also was blieb… Hm… da hinten steht eine lange Schlange… stellen wir uns mal dahin…
Nun ja… 2 Stunden später und zwei Sicherheitswarteblöcke („Die maximale Anzahl an Besuchern ist erreicht, bitte warten…“) später gings dann endlich nach oben… ja … ich war auf dem Fernsehturm. Erst mal das coole, mit Hilfe meines iPods habe ich mal die Zeit gestoppt, wann man oben angekommen ist… gerade als der Lift-Meister gesagt hat, 40 Sekunden, konnte ich dieses Ergebnis verifizieren. Hui. 6 m/s fährt das Teil nach oben. Gut, solange man nicht oben wieder rausfliegt 🙂 Und ja… es gab ein paar tolle Aussichten…





So… nun war es aber schon etwas dunkel, und da morgen früh schon gleich der Heimweg begonnen sollte… gab es an dem Abend nicht viel… oder doch… Erste Idee… Imax 3D. Nun gut, war ne gute Idee… wäre nur der Scheiß Ticketserver ausgefallen vom CineStar… Und nein, nicht nur für Berlin, sondern deutschlandweit… narf… Nun gut, also auf zum CS, und Karten direkt holen. Also auf zum Potsdamer Platz. Dort gingen wir dann schnell Richtung Potsdamer Platz, vorbei an ein paar Gläubigen, die uns irgendwelche Flyer in die Hand drücken wollten… Hm… ne Dame anscheind mit ihren 2 Töchtern verteilen Flyer und Bücher… und machen Werbung für kostenlose Stresstests… Moment… Stresstests… äh… was sind das denn für Bücher… Dianetics… argh… Flucht… Schnell weg hier… OK, vorbei an den Scientologen, und vorbei am Bahntower zum Sony-Center. So… organisieren wir mal Karten für drei Leute. Hm… Problem ist… es sind nur noch 2 Sitzplätze vorhanden im Imax… Fuck… OK, dann gehen wir halt eben essen… Ein kurzer Umblick zeigt ein australisches Restaurant mit Känguruh und Krokodil… Uns läuft bei dem Gedanken schon das Wasser im Mund zusammen… doch auch hier… keine Sitzplätze mehr frei. Irgendeiner mag uns nicht. Es begann nun eine Odyssee durch ganz Berlin, um ein geeignetes Speiselokal zu finden. Dabei war die erste Idee… Hmmm… Friedrichsstrasse / Unter den Linden. OK, da gabs nicht viel ansprechendes. Also sind wir mal, wenn wir in der Nähe sind, zum Reichstag…


Aus der Ferne sah dann unser Kollege dann eine Art Zelt. Doch gibts da auch was zu essen… Aus der Ferne denken wir ein „Tim“… Könnte das für Tim Mälzer stehen?… OK, nicht wirklich. Es gab zwar dort was zu essen, aber nur mit einem Varieté Programm kombiniert… Mist. Also weiter… Ein paar Meter weiter gab es etwas mehr Action, auf der Strasse des 17. Juni… Hm… die Feiermeile, also einen Tag später halt. Vielleicht gibts hier ja nen Schwenker… OK, nach einigen hundert Metern fühlte man sich zwar wirklich wie auf ner Kirmes… aber ohne Schwenker halt… aber dafür gabs dann dieses hier…

…und Lichtproben…

Nun gut, bis auf ein paar Mini-Donuts (superlecker) gabs dann da nix zu finden, also ab zu einem kleinen Spezialtipp… der lag aber irgendwo auf dem Kudamm… also ab in den nächsten Bus, zum Bahnhof Zoo und dann in die nächste U-Bahn. Unser nächstes Problem war aber… wir sind irgendwie auf der falschen Seite der U-Bahn ausgestiegen…
Also bin ich schon wieder den halben KuDamm entlang gelaufen… Mit den bereits vorhandenen Blasen an den Füßen… Mist…

Aber nach einem etwas längeren Fussmarsch sind wir dann endlich an einem spanischen Spezialitätenhaus vorbeigekommen… Mann war das lecker… Hier könnte ich bleiben… Aber die Tour war zu Ende… Nun blieb nur noch das Kofferpacken, und sich so langsam zu verabschieden von Berlin… und zu verabschieden von diesem Aktivierungsschlüssel für unseren Raum-Safe, der eh nicht funktionierte…

Mit nur wenig Schlaf (vielen Dank noch an die Leute, die nachts um 3 Uhr Basketball spielen wollten auf dem Hotelflur…) ging es dann am nächsten Morgen. Und noch einen letzten Blick auf den Fernsehturm…

Nun ja… es war die schönste Zeit gewesen… und gefolgt wurde es von den bisher härtesten Tagen in meinem Leben, die ich am liebsten gleich vergessen würde… Aber das sind andere Geschichten…

Prost Neujahr und alles Gute für das neue Jahr 1984…

Berlin Tag 4

Nun, wieso steht da nichts von 24C3 im Header? Nun, weil ich in an dem Tag mal absolut NICHTS mit Ubernerds zu tun haben wollte… Und da das Erlebnis am Tag davor schon recht geil war… gings nun erst so richtig los…
Erst einmal eine kurze Geschichte zu dem ersten Reiseziel. Vor ein Paar Jahren gab es einen Ruf für Professor Weickert (Professor für Mathematische Bildverarbeitung an der UdS) einen Ruf an die TU Berlin, der aber abgelehnt wurde. Nun war ich aber mal in Berlin, und da wollte ich mir mal doch näher anschauen, wie es da so aussah…
Und ich war doch schon schwer überrascht… Hier erst mal ein Schild

und dann ein paar Meter weiter eine unnütze Statue, wie diese hier

die sehr stark an diese beiden unnützen Bauten erinnern


Nun ja…
dann gabs nochn paar Schilder…

und dann nach ner halben Stunde endlich mal so was wie ein Universitätsähnliches Gebäude

… und ein für Saarländer schändlicher Anblick…

und dann sah ich nach langer Zeit dieses Gebäude mit einer etwas interessanten Aufschrift…


und was sah man ein paar Meter weiter? Genau

Aber so richtig viel bringen tun diese Schilder auch nich viel…Nun gut, hab ich mir also dann gedacht… geh doch mal in die nächste U-Bahn-Station (die in der Gegend über Tage fährt). Wollte mich nach diesen 2 Stunden Fußmarsch irgendwo hinsetzen… und sah dann folgende Bank…

Gut… lieber nicht hinsetzen… Nach ein paar Minuten gings dann wieder ab in die U-Bahn, und während wieder ein paar Leute versucht haben, mir seltsame Zeitungen anzudrehen, gings dann raus am KaDeWe… und dann begann das große Massaker…

Ein 7-Stockwerke hohes Monstrum… und mist.. keine Fotos… argh… nun gut, schauen wir uns das ganze Mal an… Ok, die ersten paar Stockwerke waren uninteressant… Wer braucht schon Kleider, Parfüm und sonstige Dinge… Aber dann… Die Elektroabteilung im 5. Stock. Hmmm… schön und gut sieht sie aus, als ich angekommen bin, doch.. erm… da steht ein Reporter von RTL und macht eine Close-Up-Aufnahme von einem Berliner Bären. Ich lauf dran vorbei, und kucke einige Meter weiter recht verdutzt in die Kamera. Wohl ein Grund dafür, dass diese Szene bei der Ausstrahlung beim betreffenden Bericht herausgeschnitten wurde 🙂 Naja… die Deleted Scenes sind eh meist die besten Szenen. OK, weiter. Also DVDs haben sie doch schon einige, aber man merkt, dass der KaDeWe nicht großartig darauf spezialisiert ist… Da hat der Media Markt dann doch wesentlich mehr Auswahl. Nun ja… dann ab in den nächsten Stock… Oh… argh… Himmel Teil 1. Frischwarenabteilung. Frisches Fleisch, frische Kaffeebohnen, frische Schokolade, frische Pralinen… Man könnte sich totfressen… schlecht war nur zu dem Zeitpunkt, dass ich grad nen perversen Appetit hatte. Also bevor ich mich bankrott gekauft hätte an der Schokolade mal ab in den nächsten Stock… Oh… Himmel Teil 2. Diesmal auch tatsächlich mit Kuppel und Ausblick. Die „Kantine“ des KaDeWe. Ich habe noch nie einen Spießbraten in solch einer Perfektion gekostet. Ich wollte ihn am liebsten heiraten. Doch er landete in meinem Magen… Allerdings hats auch einiges gekostet…
Nun gut… dann mal ab runter… und weiter auf dieser Strasse entlang gehen. Wie heißt die nochmal… ah… hm… Kurfürstendamm…

oh oh… das wird ne längere Angelegenheit…
es gab Weihnachtsmänner…

… weihnachtlich geschmückte Strassen…

… wiederum seltsame Bildnisse …

… Kirchen …

… teure Hotels …

… Saarländer (again) …

… Klamotten …


… Schuhe …

… und noch andere Ramschartikel…

… und irgendwann taten einem sehr sehr sehr die Füße weh (4 Blasen insgesamt… ^^)
Nach einem kurzen U-Bahn Tripp über den Bahnhof Zoo zur Stadtmitte ging es nun Richtung Checkpoint Charlie und folgendem kleinen Schildchen…

… und ja… bei dem Anblick wünscht man sich doch echt die alten Zeiten des Kalten Kriegs wieder her 🙂

Nun ja… doch nach solch einer kommunistischen Erfahrung, bedarf es mir danach wieder etwas mehr kapitalistischem … Also zurück zum Lehrter Bahnhof…

Welch ein Monstrum. Nun gut. Es war Zeit, die Heimreise anzutreten. Der Tag war echt anstrengend gewesen. Also ab ins Hotel. Hm. Moment… Die Kollegen hatten doch noch den Schlüssel. Wo sind denn die Kollegen. Ein kurzer Anruf zeigte, dass beide noch im Zimmer waren. Mit noch assoziieren wir zu dem Zeitpunkt schon die Uhrzeit ca. 18:30. Hmmm… Ok, dann dürfte es also keine Probleme. Sprachs und ab zurück ins Hotelzimmer . Dort warf ich den Ballast von meinen Schultern… und hielt plötzlich die dazu passende Schnalle von meinem Rucksack in der Hand… oooopps… Es ist 18:45. Samstags abends. Und bald schließen die Geschäfte… SCHEIßE… Ich brauch einen neuen Rucksack… also schnell ab zum Alex. Ich hetzte so schnell es ging zum Karstadt-Saturn, nur um mir dann dort vor dem Eingang vor den Kopf zu fassen… „Öffnungszeiten… Samstags bis 22 Uhr“. OK, dann hat sich das mit der Eile ja schon von selbst erledigt. Im Saturn war allerdings die Auswahl nicht sehr groß, also dann nebenan zum Alexa. Kurzer Blick zum Kongress… Hm… Da steht ja ein grün-weißer Partybus… Egal. Gut, ich hab mir dann im Alexa einen schönen neuen Rucksack gekauft, komm dann wieder raus, hat sich die Anzahl der grün-weißen Partybusse vervielfacht…

Zurück an der Tramhaltestelle sah ich dann von der Ferne irgendein Leuchtgraffitti, aber das hab ich ja im vorherigen Eintrag schon erwähnt. Zurück im Hotel hab ich dann mal spontan beschlossen, nix mehr zu tun, oder nicht mehr viel. Also mal rumgekuckt, und aha… Idee… auf ins Kino. Da am Potsdamer Platz. Im Sony Center. Ok… im Cinestar. Aber auf Englisch. Was ein paar lokal ansässige Jugendliche nicht bewusst war. „Ihr wisst, dass die Filme hier alle auf englisch sind. Wir spielen seit 7 Jahren hier alle Filme nur auf englisch…“ – „Eh allda… Wir können doch kein Englisch.“ Und sind dann abgehauen… Nun gut, ich hab mir dann also in der Hauptstadt im CS Hitman angekuckt (Und war erstaunt, dass das Berliner CS unten noch ne Cocktail-Bar drin hat). War ganz netter Film, und wie mir auch schon vorher berichtet wurde, viel Action und so. Aber da fehlt doch noch was hier…
Ach ja … Impressionen bei Nacht…



Nun das wars dann auch für den Samstag. Im Nachhinein hab ich dann noch vernommen, dass die grün-weissen Partybusse für eine Demonstration verwendet worden sind, die dann noch im Zeichen von Stasi 2.0 gegen die Vorratsdatenspeicherung durchgeführt wurde. Und solangsam freute ich mich immer mehr auf Sylvester und nen guten Rutsch ins Jahr 1984… Ob ich wegen der ganzen Aktion auch als 129a klassifiziert werde ?…

24C3 Tag 2 – Berlin Tag 3

Nun, der dritte Tag in Berlin, und zugleich der zweite Tag des 24C3 begann für mich… naja.. relativ früh. Im Gegensatz zum Vortag konnte ich relativ lang schlafen… allerdings zu lange für die ersten Vorträge…
Allerdings noch rechtzeitig für das absolute Highlight … Absurde Mathematik. Eigentlich das einzige Thema, mit dem ich wirklich was anfangen konnte. Gut anrechnen musste man dem Vortragenden Anoushirvan Dehghani, dass er vorher erst einmal ein Paper veröffentlicht hatte zu dem Talk.

Er war zwar recht schnell mit dem Vortrag fertig… dennoch sehr lehrreich, und die eine oder andere Absurdität konnte man für gewisse Veranstaltungen weiterverwenden :).
Ach ja… bevor ichs vergesse… vor dem Vortrag war ich jetzt wirklich vor dem StudiVZ-Building 🙂

Als nächstes stand wieder ein Crypto-Thema an der Reihe, Quantum Cryptography and Possible Attacks, ein Thema, über das es glaube ich nächstes Jahr sogar eine ganze Vorlesung bei uns geben wird. Jedenfalls war es interessant zu sehen, wie überhaupt ein solches Modell aussehen könnte, wie die Gerätschaften dazu aussehen werden…

Das ganze steht zwar noch in den Kinderschuhen, und wird auch nur sehr schwierig zu realisieren sein. Danach war das ganze aber doch recht egal… Es galt nun, Berlin zu erkunden…
Zuerst mal ab zum Potsdamer Platz, wo man eine kleine Riesenrutschbahn aufgebaut hatte

Und als ich dann den Weg entlang ging Richtung Brandenburger Tor, hab ich dann ein großes Riesenradgesehen, gesponsert von dem Bundesland Hessen… Moment.. hatten die nicht Wahlkampf oder so ?

Aber nur ein paar Meter weiter gabs wieder etwas Heimat zu sehen…

Auch wenn es nichtssagend ist.. das ist die saarländische Landesvertretung… und ratet mal welches Haus nebendran steht…


naaaaa ????
naaaaa ????
was könnte es wohl sein…

Es war so klar… Nun ja.. aber nun weiter im Text…Noch ein paar hundert Meter und ich stand endlich davor…

und nochn paar Meter weiter gings weiter mit der Sightseeing-Tour…

und natürlich

Doch so langsam hatte ich doch etwas Hunger gehabt, und es war schon dunkel… also auf ab zurück Richtung Alexanderplatz… Doch vorher laufen wir noch an was anderem vorbei…

ach ja.. und zwischenzeitlich wurde ich von dem saarländischen Nachbargebäude verfolgt… in Form eines seltsamen Busses…

Gott… die sind ja auch überall…Nun ja… irgendwann war ich dann wieder daheim, hab mich ein wenig umgezogen, und ab zurück zum 24C3…
Es gab da noch am frühen Abend einen kleinen Vortrag über Modelling Infectious Diseases in Virtual Realities, der nicht nur für WoW-Fans, sondern auch für WoW-N00bs wie mich, geeignet war. Lustig fand ich die kleinen Videos, wie diese armen infizierten Leute durch eine brutale Killerkrankheit dahingerafft worden sind, und in ihrem brutalen Todeskampf Leute gesehen haben, die in sicherer Höhe gestanden haben, und nur noch gebrüllt haben, wir müssen da hoch und sie mit infizieren… nenene… wobei.. das kommt doch in jedem Zombie-Slasherfilm vor…
Wenn wir grad bei Zombieslashern wären… da hätte der nächste Vortrag gut dabei helfen können. DIY Survival – How to survive the apocalypse or a robot uprising. Gott, ich hab mich bepisst vor lachen. Zuerst einmal beginnt das Teil mit nem LoLCat

und natürlich gab es noch einen sehr guten Vorschlag, wie man das Leben nach der Apokalypse gestalten könnte…

Ich kann das ganze nur empfehlen sich als Video anzukucken, aber das war auch so ein Mate-Junkie…Hoffen wir, dass Bre sein Mate DIY-mäßig reverse engineeren kann. Hmm… wenn ich mir grad beim den neuesten Beitrag von Bre ankucke… das erklärt das Bild, was ich Tags drauf gemacht habe am Alex…

Nun ja… als letzten Vortrag des Tages gab es noch den obligatorischen Pr0n-Vortrag… wohl eher Contest… es galt zu beweisen, dass die Regel 34 immer gilt. Die Rule 34 besagt nämlich, dass für jede veröffentlichte Sache es sofort eine pornoisierte Variante davon gibt… Nun, das sollte man wohl am besten für sich selbst herausfinden. Aufnahmen gabs keine, strengstens untersagt, sonst wären die Kameras konfisziert worden, und der Vortrag war ab 18. Es gab auch keine Aufzeichnung davon (wohl weils auch stellenweise recht peinlich wurde), aber insgesamt konnte man sagen, dass Bre durchaus die besten Ansätze hatte, allerdings die Frauen in dem Contest zumeist irgendwie sich besser auskannten in dem Metier als die Männer… Zufall?
Ich lass das mal so im Raum stehen, und damit endete auch der zweite Tag des 24C3

Klassiker: Der normale Arbeitstag eines Winfo-Studenten

Das Leben eines Studenten

Viele Menschen denken, wenn sie einem Studenten in freier Wildbahn erleben, dass dies wohl ein äußerst seltsamer, verquerer Zeitgenosse wäre. Das mag durchaus stimmen, aber wie sieht denn so ein Tagesablauf eines durchschnittlichen Studenten aus ?

Verfolgen wir den Studenten Arvel C. (Name des Autors durchaus bekannt) einmal einen ganzen Tag lang.

Montag, 7.30 Uhr
Wecker klingelt. Verdammt. Hmmm. Walli im Radio. Come Undone hab ich doch am Freitag erst um diese Uhrzeit gehört. Grummel. Hätte gestern besser nicht bis um 24 Uhr in der Altstadt bleiben sollen. Bin sooooo müde.

7.55 Uhr
Nachrichten sind um, kann endlich aufstehen, muss ja schließlich informiert sein, was so die Nacht über passiert ist. Nun Zähneputzen, duschen un Morgenklo und mach dabei Gesicht wie Max Payne… verdammt, darf ich doch nicht sagen, ich meinte Max Schmärz.

8.30 Uhr
Endlich fertig, noch 15 min fernsehen kucken und dann ab zum Zug. Verdammt, diese Werbesendung auf RTL nervt. Obwohl dieser Staubsauger ziemlich interessant ist….

8.37 Uhr
Hab dem Verlangen endlich nach langem Kampf widerstanden, den Suckmaster 4000 zu bestellen und hab umgeschaltet. Ich hasse Verkaufssendungen.

8.45 Uhr
Ab zum Bahnhof. Muss nochn kleinen Zwischenstop beim Bäcker machen, und mein Frühstück für nachher einkaufen.

9.07 Uhr
Warten auf Godot… Oder besser auf die Regionalbahn. Mist. Bahnhofssprecher meldet 10 Min Verspätung. Verdammt verdammt.

9.25 Uhr
Zug ist endlich sichtbar, 18 Minuten verspätet und nicht nur 15, aber wie immer sind es nur 2 Waggons …. für ca. 150 Mitreisende… Fühle mich etwas geplättet. Luft ist auch nicht vorhanden. Muss morgen einmal an Sauerstoffflasche denken. Schaffner entschuldigt sich für das Verspäten mit der Begründung eines Personenschadens….

9.28 Uhr
Nächster Zwischenstop Bous. Und weitere 15 Reisende versuchen sich den Umständen anzupassen und versuchen sich in den Zug reinzuquetschen. Darunter auch ein etwas seltsam gekleideter Mann mit Hund und Alkoholfahne.

9.31 Uhr
Mann fängt an, alten Kassettenrekorder aus seinem Rucksack zu kramen und die Fahrgäste mit Volksmusik zu quälen. Gott sei dank hab ich noch nichts gegessen, die Alkoholfahne steigert nicht wirklich das Wohlbefinden.

9.32 Uhr
Mann fragt weiteren Fahrgast, der auch in Bous eingestiegen ist, ob bei ihm auch der Automat für die Fahrkarten nicht funktioniert hätte. Sehe attraktive Dame am anderen Ende des Zuges sitzen. Endlich mal ne Abwechslung.

9.33 Uhr
Attraktive Dame knutscht mit einem seltsamen aussehenden Mann mit Dreadlocks. Stimmung fällt. Wie auch die Flasche des Kollegen mit dem Kassetterekorder aus dessen Rucksack. Er bückt sich. Aus seiner Hose kommt ein bedrohliches Geräusch.

9.34 Uhr
Die Lage verschlimmert sich. Keine Luft, Alkoholfahne, und seltsame, unidentifizierbare Gerüche lassen die Situation von Sekunde zu Sekunde verschlimmern. Hoffentlich hat die Fahrt bald ein Ende. Zug bremst ab zum Bahnhof Völklingen. Meine letzte Hoffnung.

9.36 Uhr
Argh es wollen doch nicht wirklich 3 Schulklassen zusätzlich einsteigen ??? Gott sei dank verlässt mich mein Freund mit seinem Hund, den er mir gegenüber als „Fred Astair“ vorgestellt hat. Wieso ist meine Hose nass ?

9.37 Uhr
Pubertierende 12jährige beschweren sich über das Nichtvorhandensein von Sitzplätzen. Senile 91jähre beschweren sich über das Nichtvorhandensein von Anstand bei heutiger Jugend. Plattgedrückte 21jährige Studenten beschweren sich nicht über das Nichtvorhandensein einer Wirbelsäule.

9.40 Uhr
Pubertierende 14jährige pöbeln mich an. Fragen mich, ob ich nicht dieser Arvel Crynyd aus dem Salüchat wäre, wegen einer gewissen Ähnlichkeit von seinem Bild im Profil. Der wäre doch so doof, und verdiene eins aufs Maul. Dementiere, dass ich dieser Chatter sei, aufgrund der relativen Größe dieses etwas zu sehr pubertierten 14jährigen mit einer stattlichen Größe von 1.80m.

9.45 Uhr
Ankunft Saarbrücken Hbf. Endlich Luft. Zug ist plötzlich leer. Ist mir auch egal, da ich mein Ziel erreicht habe. Ab zur Bushaltestelle.

9.47 Uhr
90 weitere Kommilitonen warten auf den nächsten Bus zur Uni. Der Kampf geht weiter.

9.50 Uhr
69 kommt.

9.51 Uhr
Meine 90 Freunde bekommen einen Platz im Bus. Ich winke den Leuten in dem vollkommen überfüllten Bus hinterher und warte lächelnd auf den nächsten.

9.54 Uhr
Alte, lokal ansässige Dame erzählt mir, dass ab 10 Uhr sämtliche Busbetriebe in den Streik gehen. Lächeln nicht mehr vorhanden.

10.10 Uhr
Ecke Richard-Wagner-Straße – Dresdener Straße: Bekomme seltsames Bedürfnis, morgen mit dem Auto zu fahren.

10.15 Uhr
Offizieller Beginn der Vorlesung. Aktueller Standort: Tankstelle gegenüber seltsamen neuen Discounter. Eine 69 fährt an mir vorbei. Spontanes Verfluchen von alten, lokal ansässigen Damen. Gott sei dank ist der Bus leer.

10.16 Uhr
Busfahrer erwidert, dass tatsächlich ALLE Buslinien streiken würden, nur die Buslinien zur Uni sind von dem Streik nicht betroffen. Ich hab so nen Hals.

10.25 Uhr
Ankunft an Uni SB. Einsamer Marsch zum Auditorium Maximum.

10.30 Uhr
Keine Sitzplätze mehr am Rand vorhanden. Dozent macht abfällige Bemerkungen über Zuspätkommer. Schamesröte. Wär ich heut doch besser nicht aufgestanden. Da winkt wer, ah ein Kommilitone. 10 Leute müssen aufstehen.

10.31 Uhr
Endlich Frühstück.

10.35 Uhr
Kurze Zusammenfassung der verpassten 15 Minuten. Dozent hat sich 5 Minuten über „den lautesten Jahrgang ever“ beschwert und dann seitdem über eine Formel referiert, die die optimale Bestellmenge beschreibt.

10.45 Uhr
Dozent beschreibt Effekt einer Veränderung einer Variable.

10.50 Uhr
Dozent erklärt Vorhandensein einer Wurzel in der Formal. Beobachte, wie Vordermann Solitaire am Laptop spielt.

10.52 Uhr
Dozent erklärt, wie man Wurzel ausmultipliziert. Verzweifelte Suche nach stabilem Wurfmaterial.

10.55 Uhr
Dozent stellt Übungsaufgabe, wie man Formel zur Berechung der optimalen Bestellmenge sich anhand eines Beispiels klar machen soll. Taschenrechner wird ausgepackt.

10.57 Uhr
Endgültige Lösung der Übungsaufgabe nach kurzem Rechnen.

10.58 Uhr
Nachbar fragt, wie man die Aufgabe lösen soll. Lapidare Antwort: „Einfach in die Formel einsetzen“ – „Ach so einfach“. Ich gebe ein sehr knirschendes „Jaaaaaa“ von mir.

11.00 Uhr
Dozent beschwert sich über Tatsache, dass die von ihm ausgewählten Studenten zu 85 % entweder nicht fertig sind oder gar nicht wissen was sie machen wollten. Weitere 5 % mussten erst mal aufgeweckt werden…. Er geht zu seinem Pult zurück.

11.01 Uhr
Ein Handy klingelt. Amüsantes Gelächter über diesen Trottel, der vergessen hat sein Handy auszustellen.

11.02 Uhr
Verdammt, war doch mein Handy… SMS von Mutter, sie fragt, wann ich heimkommen würde… Eltern…

11.05 Uhr
Langeweile. Dozent referiert immer noch über Formel. Beginn des Versuchs, die Verwendung des Wortes „entsprechend“ mitzuzählen.

11.12 Uhr
Abbruch des Versuchs bei einem Stand von 34 Verwendungen des Wortes „entsprechend“. Kommilitonin fragt mich, ob ich ihr meinen Palmtop ausleihen könnte, um zu spielen. Aber klaro.

11.21 Uhr
Rückgabe des Palmtops mit Hinweis eines neuen Rekords bei Breakball. Argh. Und ich hab dafür ne halbe Stunde gebraucht, um meinen Rekord zu schaffen….

11.23 Uhr
Muss plötzlichen, unerklärlichen Drang unterdrücken, laut „Langweiliiiiischhhhh“ zu rufen

11.26 Uhr
Dozent erklärt nach einer Stunde Referat, dass Formel zur Berechnung der optimalen Bestellmenge nicht klausurrelevant wäre. Frage nach Sinn der Vorlesung wird immer drückender. Fange an, Kopf wiederholt und unkontrolliert gegen die Bank zu stoßen. Aua.

11.27 Uhr
Dozent beschwert sich erneut über Zulautsein der hinteren Reihe. Spontane, erdrückende Stille. Kann den Dozenten denken sehen… und altern.

11.29 Uhr
Dozent weist darauf hin, dass in der dieswöchigen Übungsgruppe diese Formel behandelt wird. Juchhu, endlich früher heimfahren. Versuch einen Countdown bis 11.45 auf Palmtop zu programmieren.

11.33 Uhr
Frage mich, wie viel Dozent so verdient. Wobei das bei dem Verein hier eher ein Schmerzensgeld wäre. Oder die direkte Bezahlung für den Psychiater. Naja. Die Reichsten sind immer die ärmsten Schweine.

11.35 Uhr
Noch 10 Minuten. Führe leidenschaftliche Diskussionen über Herkunft des Dozenten aufgrund seines Akzents. Entdecke Züge von Schwizzerdütsch, Schwäbisch und leichten bayrischen Touch.

11.37 Uhr
Komme zu dem Entschluss, dass Dozent entweder aus einem Dreiländereck stammt, viel reist oder an einer Persönlichkeitsspaltung leidet.

11.41:30 Uhr
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, der relativen Unruhe und der erdrückenden Kälte der Klimaanlage entschließt sich Dozent die heutige Vorlesung 3 min und 30 sec früher zu beenden.

11.43 Uhr
Audimax wird geflutet. Es gibt kein Durchkommen. Brauch eh ein wenig länger beim einpacken.

11.45 Uhr
Der Weg aus dem Audimax ähnelt Han Solos Flug durch das Asteroidenfeld in Das Imperium schlägt zurück. Leute nerven, die für die anstehenden Fachschaftswahlen nachfragen. Antworte, dass ich schon abgestimmt hätte. Und das obwohl, die eigentlich nicht für mich zuständig wären *g* hehe.

11.48 Uhr
Endlich draussen. Abmarsch zur Mensa. Mittagessenszeit. Kurzer Weg von 10 Minuten. Hab ich ein Hunger.

11.52 Uhr
Werde beinahe überfahren von rüpelhaftem Studenten auf Kickboard mit Tempo 30 (da bergab). Ich als rücksichtsvoller Autofahrer würde in einer solch stark frequentierten Straße nicht so schnell fahren.

11.52:16 Uhr
Werde beinahe überfahren von rüpelhaftem Autofahrer mit Tempo 80. Beginne an allgemeiner Verkehrserziehung zu zweifeln. Oder ich fahr einfach zu langsam. Bin ich ein Weichei?

11.54 Uhr
Juchhu, Mensa ist in Sicht. Wie auch 4 Leute, die Werbung zu verteilen versuchen. Ich höre auf, mich über e-Mail-Spam zu beschweren. Live-Spam ist viel schlimmer.

11.55 Uhr
Weiss jetzt, wann der nächste Salsa-Kurs und die nächste Wickelstunde ist. Wo ist der nächste Mülleimer?

11.57 Uhr
Checken des Guthabens auf der Mensakarte. Verdammt Verdammt. Nur noch 2 € drauf. Schnell 5€-Schein rauskramen. Wieso kommt der jetzt wieder raus ? Der iss doch wohl nidd verknittert? Erm hallo? Der iss doch echt. SCHLUCK DAS DING DU &(%’#$ TEIL. Wieso applaudieren die Leute?

11.58 Uhr
Mensaplan ist nicht wirklich gut heute. Gehen wir zum C-Essen…

11.59 Uhr
Spontane Planänderung: Aufgrund einer Schlange mit 100 Leuten vor dem C-Essen weitergehen zum Wahlessen II. Was müssen auch so viele Leute immer dann essen, wenn ich Hunger hab….

12.05 Uhr
Kurzer Lagecheck:
Essen. Check.
Nachtisch.Check.
Besteck.Check.
Sitzplatz. Check.
Netter Ausblick. Check.
Mensakarte. Noch vorhanden. Check.
Fanta. Verdammt. Wusste, dass ich was vergessen hatte

12.07 Uhr
Wieso trinken plötzlich alle Leute Fanta? Muss dann doch mal Apfelsaft trinken.

12.08 Uhr
Hmmm… wieso fehlt mir ein Löffel für den Nachtisch….. Fange an, an meinen kognitiven Fähigkeiten zu zweifeln.

12.09 Uhr
Bäh, Apfelsaft schmeckt fad. Spontanes Verfluchen der Getränkeautomaten.

12.10 Uhr
Ertappe mich bei der philosophischen Frage, ob es eine Hölle für Getränkeautomaten gibt. Und wieso sind meine Fritten kalt.

12.15 Uhr
Beschließe nach einer kleinen Kostprobe den Nachtisch aus dem Hause BASF stehen zu lassen. Wieso habe ich überhaupt einen Löffel geholt dafür? Wieso hab ich überhaupt Geld dafür ausgegeben? Wieso esse ich hier überhaupt noch? Wieso stell ich so viele dumme Fragen? Und vor allen Dingen. Was soll ich jetzt in den 2 folgenden Stunden machen?

12.17 Uhr
Kurze Spontanumfrage unter Kommilitonen. Per demokratischen Mehrheitsprinzips wird entschieden, zum Info-CIP-Pool zu gehen. Jihaaaa. Surfen.

12.20 Uhr
Kurzer Rundumblick im CIP-Pool. Keine bekannten Personen anwesend. Suche nach geeignetem Terminal.

12.23 Uhr
Einloggen und Mails abfragen. Hmmm. Keine neuen Übungsblätter. Mailingliste ist wieder brechend voll. Ab in den Salue.

12.23:10 Uhr
Java-Statusfenster baut sich auf.

12.23.11 Uhr
Java-Statusfenster verschwindet von Bildschirm. Wie auch alle anderen Browserfenster. Ich hasse Linux…

12.24 Uhr
Fahre die Workstation runter und den nebendran hoch. Vielleicht klappts dort.

12.25 Uhr
Mist. Gleicher Fehler. Dann halb eben nicht. Foren reichen auch.

12.27 Uhr
Browser stürzt erneut ab. Beginne zu realisieren, dass Linux nicht gut mit Java Virtual Machines kooperiert.

12.28 Uhr
Entdecke einen dicken Mann, mittleren Alters, der auf seinem Stuhl thronähnlich sitzt und 10 DiaFenster im Salü auf hat. Argh. Wieso geht das bei dem und bei mir nicht ??? Beginne am Sinn meines Wirtschaftsinformatikstudiums zu zweifeln.

12.29 Uhr
Und vor allen Dingen. Wieso hat der eigentlich so viele Fenster auf? Beginne am eigenen Chatverhalten zu zweifeln. Ich mach da irgendwas falsch. Aber so viele Fenster sind nicht gut. *Diamanagerfeier*

12.35 Uhr
Langweiliges Surfen durch das Internet.

12.56 Uhr
Nette Counterstrike-Comics gefunden. Hehe. Headshot. Gibt es keinen Mapper, der die Uni nachgebaut hat? Will fraggen im Audimax. Mit Prof-Skins und so.

13.45 Uhr
Hach wie schnell doch die Zeit vergeht… So langsam muss ich los. Schnell runterfahren.

13.46 Uhr
Wieso reagiert der Rechner nicht. Oha. Linux und Absturz. Himmel hilf. Wo ist der CIP-Hiwi. Arghs…

13.47 Uhr
Frage den netten Asiaten nebenan, ob er der offensichtlich nicht vorhandenen Aufsichtsperson mitteilen könnte, dass die Workstation abgeschmiert sei. Das Lächeln reicht mir völlig, aber wieso zuckt der mit seinen Achseln ? Interpretiere sein „waat“ als ja. Hab eh keine Zeit für längere Diskussionen.

13.53 Uhr
Ankunft am Mathe-Hörsaal. Schlacht um Sitzplätze. Wieso muss die Vorlesung mit 500 Vorlesungsteilnehmern ausgerechnet in einem Saal stattfinden, der nur für 300 Leute Sitzplätze hat. Muss dringend aufs Klo.

13.55 Uhr
Warten auf Kommilitonen. Halte für 6 Leute Sitzplätze frei.

13.58 Uhr
Wo bleiben die denn ? Relativer Blasendruck steigt. Nette Dame in hinterer Reihe lächelt mich an. Hach wie schön.

13.59 Uhr
Der Raum füllt sich. Immer mehr Leute kommen. Temperatur durch summierte Körperwärme steigt. Wieso hat der Raum keine Klimaanlage ? Beginne auf Lippe zu beissen.

14.02 Uhr
Netter Asiate von vorhin sitzt sich auf einen von mir freigehaltenen Sitzplätze und lächelt. Argh. OK. Planwechsel. Reinrücken. Ist ja noch Platz da.

14.05 Uhr
Immer noch kein Kollege da. Nette Dame lächelt mich immer noch an… Hmmmmm…. Assi vom Prof beginnt Laptop aufzubauen und Tafel zu wischen. Beginne Beine übereinander zu schlagen.

14.09 Uhr
Assi vom Prof beginnt Mikrofon einzustellen. Beinaher Verlust des Trommelfells durch lautes Hochfrequenzgeräusch. Erneute Suche nach Wurfmaterial. Endlich kommt der erste Kommilitone. Auf zum Klo.

14.11 Uhr
Endlich kann ich auch lächeln.

14.13 Uhr
Entdecke, dass auf meinem Sitzplatz jetzt Kommilitone von Asiate sitzt. Die setzen sich auch überall hin. Erneuter Planwechsel. Kurzer Rundumblick. Wo ist denn der Kommilitone von eben ?

14.13.20 Uhr
Wieso sitzen die anderen Kommilitonen plötzlich da hinten in der letzten Reihe. Argh. Platzumzug.
14.15 Uhr
Professor beginnt mit der Vorlesung. Habe immer noch nicht meine endgültige Parkposition eingenommen. Verdammt. Nimmt das Drama denn heute kein Ende? Ah jetzt aber. Endlich Sitzplatz. Hach, iss das schön.

14.16 Uhr
Professor versucht Laptop-Präsentation zu starten.

14.16.12 Uhr
Laptop-Präsentation verursacht schweren Ausnahmefehler und lässt Laptop neustarten. Tjaaaaa… schei* XP halt. Leide doch nicht an informationstechnischer Impotenz. Auch Profs passiert so ein Absturz.

14.17 Uhr
Erstaunter Blick auf die Leinwand. NEIN, ich will nicht die Ehefrau des Profs im Bikini im letzten Badeurlaub als Desktophintergrund sehen. Argh. Habe keinen Hunger mehr.

14.17:45 Uhr
Philosophische Frage, wann ich das letzte Mal im Badeurlaub war. Hmmm, verdammt lang her. Will weg. Am besten weit weit weit weg.

14.19 Uhr
Frage Kommilitone, ob er nicht Lust hätte, mit mir in der vorlesungsfreien Zeit wegzufahren.

14.20 Uhr
Versuche vergeblich auf Kommilitonen einzureden mit mir wegzufahren anstatt mit seiner Freundin. Gut, fahr ich halt eben allein nach Tunesien. Basta. Oder soll ich die nette Dame da vorne fragen, die sich jetzt sogar zu mir umdreht… hmmmmmm….

14.25 Uhr
Ich hasse Wunschträume. Und Tagträume. Worum geht’s eigentlich heute ?

14.26 Uhr
Ach ja. Hashtabellen. HASHTABELLEN? HASH? Bin ich jetzt in einer Drogenparty gelandet ? Beginne verzweifelt und unkontrolliert alle Ausgänge zu beobachten. Ich will hier raus. Der Laden wird gleich gestürmt. Angstschweiss tropft auf meiner Stirn. Wieso hab ich eigentlich Angst? Ich hab doch eh nichts zu befürchten. Oder trink ich etwa doch zu viel Fanta?

14.27 Uhr
Beginne mich am ganzen Körper zu schütteln. Bekomme immer mehr Angst. Frage mich, was der da vorne mit perfektem Hashing meint? Die Frage, wie man am besten an einem Haartest vorbeikommt oder was? Ich will hier raus. Die Hitze steigt ins unerträgliche.

14.28 Uhr
Uff. Doch keine Drogen. Gott sei dank. Nur wieder mathematische Funktionen. Packe wieder mal den Taschenrechner aus. Vielleicht kommt ja wieder mal so ne Aufgabe wie vorhin hoff

14.30 Uhr
Wie? Thema Hashtabellen schon rum? Klasse, muss ich mir das ganze daheim ankucken. Schwöre, nie mehr tagzuträumen…. sie dreht sich wieder zu mir rum… hach….

14.32 Uhr
Themenwechsel: Binäre Suchbäume. Bin ich hier bei den Biologen gelandet was? Erst Haschplantagen, nun Bäume. Informatiker sind schon ein seltsames Völkchen. LateX und Leda kenn ich ja schon, und nun das. Mein Gott sind die versaut.

14.35 Uhr
Nachbar packt c’t aus. Das nenn ich Weiterbildung. Packe solidarisch dazu meine PC Games aus.

14.35:12 Uhr
Gebe als solidarischen Akt meinem Kommilitonen nach langem 10 sekündigem Betteln meine PC Games. Der passt noch weniger auf als ich. Komm reiss dich zusammen.

14.37 Uhr
Frage mich, wie alt dieser Prof ist.

14.39 Uhr
Juchhu, kann dem da vorne endlich mal wenigstens ein bisschen folgen.

14.40 Uhr
Prof versucht Laufzeit des Löschens eines Elementes aus einem Binären Suchbaum mathematisch zu erklären und verweist auf die Vorlesung „Mathematik für Informatiker“. Beginne erneut nach Wurfmaterial zu suchen.

14.40.45 Uhr
Prof fragt Kurs, ob betreffendes Thema schon in „MfI“ behandelt wurde. Beginne solidarisch zu meinen Studienkollegen den Kopf unkontrolliert und wild zu schütteln.

14.40:55 Uhr
Prof bemerkt Notruf und fragt, was wir hätten. Wir antworten „Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler“. Lacht uns der da vorne nun aus, oder wie sollen wir dem sein Grinsen nun interpretieren? Beginne am Studiengang zu zweifeln. Sie dreht sich schon wieder um …..

14.42 Uhr
Beginne verzweifelt in dieser Vorhölle einen klaren Kopf zu kriegen und beobachte Kommilitonen bei ihren jeweiligen Tätigkeiten.

14.43 Uhr
Beobachte, wie ein seltsamer Kommilitone in der ersten Reihe anfängt „Enter The Matrix“ auf seinem Laptop zu spielen. Also so langweilig ist die Vorlesung nun auch wieder nicht. Im Vergleich dazu würd ich dann doch eher Solitaire zocken.

14.44 Uhr
Ein anderer Kommilitone durchsucht das Netz und geht auf die Seite des Professors.

14.44.34 Uhr
Wie alt ist der? 37?

14.48 Uhr
Ertappe mich wieder einmal beim Philosophieren: Wieso sind die Dozenten am BWL-Bau im Schnitt 10 Jahre älter als mein Opa, aber am Info-Bau durchschnittlich 10 Jahre jünger als mein Vater? Da läuft irgendwas schief.

14.49 Uhr
Versuche den seltsamen Drang zu unterdrücken, laut „Baaaaaauuuuuuummmmmmm“ zu schreien. Soll ich anfangen zu zählen, wie oft sie sich nach mir umdreht? Dahinschmelz. Ich glaub, ich sprech sie mal an. In der Pause. Pass jetzt endlich mal auf.

14.50 Uhr
Fange an mir Notizen zu machen, trotz runterladbarem Skript und Vorlesungsfolien. Muss aufpassen.

14.51 Uhr
Bemerke die kleinen philosophischen Meisterwerke eingeritzt in die Sitzbänke.

14.52 Uhr
Ertappe mich beim Versuch, ständig auf den Prof-Accelerator zu drücken. Wann ist endlich Pause. Hmmmm. Was soll ein „Schalte-Webcam-auf-Damenklo-auf-Beamer“-Button ? grübel. Merke: Die Informatiker sind wirklich versaut.

14.56 Uhr
Nachbar ist mit c’t fertig und bietet mir die Zeitschrift ab. Lehne dankend ab und verweise auf meine 2 Seiten Mitschrift der letzten 6 Minuten.

14.57 Uhr
Verdammt, wieso ist mein Bleistift abgebrochen. Argh. Hören wir mal mit der Mitschrift auf, steht ja eh alles im Skript. Beginne an meiner Arbeitsmoral zu zweifeln.

14.59 Uhr
Bemerke, wie andere Kommilitonen auch anfangen zu stöhnen. Ist das nun der Stoff, die Hitze, beides, oder werden die auch so angestarrt ?

15.00 Uhr
Entdecke von weitem unmenschlich große Schweißflecken an T-Shirt des Dozenten. Hab ich heute Deo benutzt? Argh, muss anfangen mir Notizen über den Tagesablauf zu machen, sonst vergess ich wirklich alles…..

15.05 Uhr
Professor entschließt sich die Pause angesichts der unmenschlichen Temperaturen im Hörsaal 5 Minuten vorzuziehen. RAUS!!! Und jetzt sprich sie an… Auf dem Weg nach vorne, um das neue Übungsblatt zu holen, da schlägste zu… Komm schon. Das schaffste.

15.06 Uhr
Die Pause. Endlich ein Zeitpunkt der Ruhe, wo man mit Freunden reden kann, sich ne Cola besorgt, das Übungsblatt sich besorgt für nächste Woche und man anderen Leuten beim Manga-Dealen zukuckt. Ich liebe das Studium. Allein schon wegen diesen 5 – 10 Minuten Freiheit. Und für dieses Lächeln da vorne…

15.07 Uhr
Gehe langsam die Treppe hinab. Nur noch 4 Meter trennen uns. Sie schaut schüchtern weg und lächelt. Haaaaach.

15.08 Uhr
Hmmm.. Das Übungsblatt scheint aber ziemlich schwer zu werden. Die Aufgabe 2 scheint richtig… Hey. Moment mal. Hab ich nicht was vergessen ?

15.09 Uhr
Muss raus und mein erneutes Frauendebakel ordentlich begießen. Hab ich noch einen Euro? Woher stammt denn der? Das ist doch nicht etwa ein griechischer Euro? Gut, dann halt eben heute keine Coke bei 3°. Der Euro ist wertvoller.

15.10 Uhr
Begebe mich wieder zurück zu meinem Sitzplatz und schaue in der Gegend rum. Wieso schmollt die nette Dame da vorne?

15.11 Uhr
Beginne mit meinen Kommilitonen Ratespiele zu spielen. Wer sieht wem ähnlich? Entdecke von weitem Commander Data und John Lennon. Fange an leise „Imagine“ zu summen. Ich hab echt nix anderes zu tun. „Imagine all the People living for today“…

15.12 Uhr
Befinde mich in einer hitzigen Debatte darüber, ob „Lucy in the Sky with Diamonds“ wirklich von LSD handelte oder nicht. Hätte dieses Vergleichsspiel nie anfangen sollen. Hätt’ ich doch jetzt nur diesen Laptop mit Solitaire…

15.14 Uhr
Spielführer pfeift 2. Halbzeit an. Und das große Wundern geht weiter….

15.15 Uhr
Professor beginnt in beinahe einsteinscher Geschwindigkeit Tafel vollzuschreiben und wieder auszuwischen. Wenn er anfängt schneller zu wischen als zu schreiben, heisst das dann, dass er aufhört zu altern? Wo ist Stephen Hawking, wenn man ihn mal braucht…

15.17 Uhr
Beginne mich zu fragen, ob es nicht Sinn machen würde, eine virtuelle Tafel zu erfinden, die a.) sich ins Unendliche erstreckt und b.) sich von selbst wischen kann.

15.19 Uhr
Bemerke, dass die Projektion des Beamers umschaltet zur Anzeige des Satzes „Gerät AUS in 5 Minuten“.

15.20 Uhr
„Gerät AUS in 4 Minuten“.

15.21 Uhr
„Gerät AUS in 3 Minuten“.

15.22 Uhr
„Gerät AUS in 2 Minuten“.

15.23 Uhr
Verdammt, wieso bewegt der jetzt die Maus?? Ich wollte wissen, was passiert, wenn der Countdown aufhört.

15.25 Uhr
Oha, Professor hat sich da vorne verschrieben. Bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis er das bemerkt.

15.26 Uhr
Seltsamer Kommilitone in der ersten Reihe meldet sich und weist auf Fehler hin. Professor antwortet und meint, dass er den Fehler gleich berichtigen würde.

15.26:20 Uhr
Seltsamer Kommilitone in der ersten Reihe meldet sich erneut und weist auf Fehler hin. Professor antwortet und meint, dass er den Fehler gleich berichtigen würde.

15.26:40 Uhr
Seltsamer Kommilitone in der ersten Reihe meldet sich erneut und weist auf Fehler hin. Professor dreht sich um, seufzt laut und beugt sich der Mehrheit. Die nur aus einer Person besteht. Aber egal. Darf ein Professor nicht auch Fehler machen?

15.30 Uhr
Professor gibt versteckten Hinweis zur Lösung der zweiten Aufgabe. Yeah. Wenn ich das so mache, wie er das sagt, dann ist das eine Sache von 5 Minuten daheim. Das mach ich dann gleich heute abend. Jetzt muss ich nur noch die nächsten 3 Stunden hier überleben.

15.32 Uhr
Schalte zum zweiten Mal am Tag in den „Find-den-Akzent“-Modus.

15.33 Uhr
Aufgrund der relativen Häufigkeit der Verwendung eines rollenden Rs schließe ich auf Ebbelborrrrrrrrn. Oder Schmääälllzzzz. Irgendwie da oben die Kante. Das ging ja schnell.

15.34 Uhr
Verweile im „Find-den-Akzent“-Modus und lausche den Dialogen meiner umsitzenden Kommilitonen.

15.36 Uhr
Beginne mich zu fragen, wieso Chinesisch oder Russisch nicht zu den in der Schule gelehrten Sprachen gehört. Weiss jetzt auch, wieso ich nicht viele Freunde hab. Ich sprech keine dieser Sprachen….

15.40 Uhr
Seltsamer Kommilitone in der ersten Reihe packt seinen Laptop zusammen.

15.41 Uhr
Seltsamer Kommilitone in der ersten Reihe steht auf und beginnt neben Professor Stromverlängerungskabel zusammenzurollen. Professor sieht leicht irritiert aus.

15.42 Uhr
Seltsamer Kommilitone, der in der ersten Reihe gesessen hat, winkt verdutzt blickendem Prof zu und verschwindet. Was zur Hölle war das denn jetzt??? Das da ist jetzt nicht wirklich passiert oder?

15.45 Uhr
Frage mich, ob es nicht auch an der Uni einen Studiengang „UVB“ geben sollte. Diese Jugend von heute.

15.47 Uhr
Wann hört diese Stunde endlich auf? Kann Hitze nicht länger ertragen. Hätt ich doch mir ne Cola kaufen sollen. Scheiß Sammlertick. „Prof-Accelerator“-Button ist nicht mehr erkennbar…. vom vielen Drücken.

15.48 Uhr
Beginne mich zu fragen, wer als Hauptdarsteller der Verfilmung meines Tagesablaufs in Frage kommen könnte. Ich wär da für Kiefer Sutherland, der hätte da ja schon Erfahrung drin…

15.50 Uhr
Hoffentlich macht der bald Schluss. Muss so bald wie möglich rüber zum BWL-Bau. Beginne verzweifelt auf Uhr zu kucken und Minuten runterzuzählen.

15.53 Uhr
Wieso dreht sich nette Dame nicht mehr um? Hab ich was falsches gesagt? Oder gar nichts?

15.56 Uhr
ICH WILL HIER RAUS!!!!

15.58 Uhr
Relativer Blasendruck steigt… erneut.

16.01 Uhr
Örm. OK, 1 Minute überzogen. Kommt öfters vor.

16.05 Uhr
Hallo? Ich müsst mal dringend weg.

16.06 Uhr
Prof fragt die Runde, ob er noch länger machen könnte und ob wir danach nicht noch andere Vorlesungen hätten. DOCH HABEN WIR!!! Godd-Bye-Klopfen und weg…

16.07 Uhr
Beginne leichte Übelkeit zu verspüren. Muss an dem plötzlichen Klimawechsel liegen. Der menschliche Körper kann den Wechsel von 40° zu –10° C einfach nicht verkraften… hmmmm… jetzt aber doch schnell zum 16er.

16.08 Uhr
Werde beinahe von rüpelhaften Waldläufern mit Hund umgerannt. Können die nicht mal aufpassen? Sind ja noch schlimmer wie die Kickboardfahrer.

16.12 Uhr
Politisch engagierte Wegelagerer einer von mir präferierten Partei versperren mir Weg zum 16er und drücken mir Wahlpropaganda in die Hand. Und fragen, ob ich schon gewählt hätte. Auf mein knirschendes „Jaaaa“ folgt ein lässiges „Cool“. Ich glaub ich geh doch nicht in die Politik. Ich mach meine eigene Partei auf. Ich muss aufs Klo. Argh. Ich brauch unbedingt Granufink.

16.13 Uhr
Beginne Wahlgeschenk der Wegelagerer aus dem Hause „Hans Riegel Bonn“ (tja, was das wohl sein mag *g*) zu öffnen. Schätze Lagerzeit des Gummis auf mindestens 6 Monate. Aua.

16.14 Uhr
Schnell aufs Klo. Oha das wird knapp. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, Mann ist das ein gutes Gefühl….

16.15 Uhr
Erreiche noch rechtzeitig Hörsaal zu Beginn der Übung. Muss mich aber nach hinten setzen, will nicht den Ablauf stören und außerdem benutzen eh alle Mikrofon. Bin mal gespannt, wer heute die Übung hält.

16.16 Uhr
Wieso versteh ich den da vorne nicht? Hat der etwa wieder leere Batterien in seinem Mikr… erm…. kann mir irgendeiner mal erzählen, wieso der Typ am Rednerpult unbedingt auf seine durchdringende Schlagkraft seiner Bassstimme setzt, als auf die Leistung einer leistungsstarken Anlage aus dem Hause Sony? Argh. Hätt ich mich besser nach vorne gesetzt.

16.18 Uhr
Ich versteh kein Wort. Entweder ist der Typ da vorne zu sehr von sich überzeugt oder die Kommilitonen sind zu laut oder ich sitz zu weit weg. Egal. Die Übung iss echt …. argh.

16.20 Uhr
Übungsleiter beginnt Lösung der ersten Aufgabe anzuschreiben. Packen wir mal den Block aus.

16.23 Uhr
Wieso muss der denn bei jeder Aufgabe die jeweils verwendete Formelsammlung komplett aufschreiben? EINMAL reicht. Fange an, zu verstehen, dass BWLer das oberste ökomische Prinzip nicht verstehen. Je öfter man, triviale Zusammenhänge immer und immer wieder niederschreibt, desto mehr Tinte oder Bleistiftkohle wird verbraucht, desto schneller werden die Schreibgeräte unbrauchbar, und desto öfter muss man diese Dinge nachkaufen und desto teurer wird die ganze Sache. Ich glaube ich sollte doch promovieren.

16.27 Uhr
Merke, dass auf eine Projektorfolie weniger draufgeht als auf eine handelsübliche Tafel. Frage mich, ob es sinn machen würde, eine virtuelle Projektorfolie… naaaaaaah.

16.35 Uhr
Komme nicht mehr mit, der scrollt schneller die Folie als ich schreiben kann. Frage mich, wieso es im realen Leben kein Warn-Button gibt. Hmm.. Ich glaub ich chatte zu viel…

16.42 Uhr
Frage mich, ob ich die Worte, die ich soeben abgeschrieben habe, nicht wortgenau vor zwei Wochen schon mal in der Vorlesung gehört habe. Glaube, die Übung ist irgendwie kompakter und sinnvoller als die gesamte Vorlesung. Kann den Typen da vorne noch immer kaum verstehen.

16.48 Uhr
Höhö. Bemerke, dass ich den Stoff so gut kenne, dass ich die kommenden 2 angeschriebenen Sätze schon vorzeitig auswendig und wortgetreu hinschreiben konnte, bevor der Typ da vorne das machen konnte. Nennt mich Gott. Und jetzt rechnen. Und wieder mal ist mein Taschenrechner gefragt. Und das Buch, da stehen alle Formeln drin.

16.55 Uhr
Vollständige Lösung der Aufgaben nach Einsetzen in die jeweiligen Formeln. Bemerke, dass Übungsleiter da vorne erst einmal die 2 Seiten Formeln mitsamt der Kommentare aus dem Buch abgeschrieben hat. Beginne mich zu fragen, wieso man für so eine Leistung noch Geld bekommen kann. Erneute Suche nach Wurfmaterial.

16.59 Uhr
Fühle mich leicht verarscht. Hätte gleichen Lernerfolg erzielt, wenn ich die Aufgaben daheim gemacht hätte. Hab ich zwar nicht, aber …argh. Ich muss mal echt was daheim machen.

17.05 Uhr
Will heim. Endlich heim.

17.10 Uhr
Beschließe früher nach Hause zu gehen. Hat doch alles keinen Zweck hier.

17.15 Uhr
Versuche besten Zeitpunkt zur Flucht zu suchen. Verdammt, muss der so viel Text da anschreiben…

17.24 Uhr
Ich wollte doch eigentlich gehen. Muss weiterschreiben. Kann nicht aufhören. Hände fangen an, weh zu tun.

17.35 Uhr
Übungsgruppenleiter beendet vorzeitig Übung, wegen relativ schnellem Vorgehen in der Übung. Mann, waren wir gut. Moment, es gab doch keine Mitarbeit…

17.36 Uhr
Raus! Raus! Raus aus diesem Hörsaal und raus in die Kälte. Und ab zur Bushaltestelle. Ich will heim.

17.38 Uhr
Ich stelle mich zu meinen anderen 150 Kommilitonen, die auch mit dem Bus fahren wollen. Von weitem kann ich wieder einmal demonstrierende Studenten entdecken. Früher in den 70ern waren die Studenten noch die stärksten Kämpfer für politische Veränderung. Heute singen die nur noch Kumba Ja. Schlimm schlimm die Hippies von heute.

17.42 Uhr
Erster Bus kommt an. Da warens nur noch 80.

17.44 Uhr
Ah da kommt mein Bus zum Bahnhof. Vielleicht krieg ich ja noch den anderen Zug…

17.45 Uhr
Hab ich ein Glück. Wieder einmal keine Luft zum Atmen, da von den 80 noch verbliebenen Studenten 87 eingestiegen sind. Och so eng ist das doch nicht. Die drei Leute können auch noch rein. Beginne erotisches Verhältnis mit der Eingangstür.

17.47 Uhr
Nächste Haltestelle. Luft. Luft. 2 weniger. 3 mehr. Argh. Lausche interessant den Gesprächen meiner Kommilitonen. Dumm nur, dass ich kein Italienisch kann.

17.49 Uhr
Ich will hier raus. Keine Luft. Kann nicht atmen. Beginne zu hyperventilieren. Noch 2 Haltestellen. Aber ich kann mich endlich auch mal festhalten und muss nicht mehr die Tür knutschen.

17.53 Uhr
Bahnhof. Endlich. Luft. Bin halb tot. Ich glaub ich fahr morgen echt mit dem Auto. Öffentliche Verkehrsmittel sind zwar schön und gut, aber etwas zu voll. Ich bin fix und alle. Obwohl ich überhaupt nix gemacht habe.

17.56 Uhr
Klasse, der Zug ist weg. Hab ich schon gesagt, wie sehr ich öffentliche Verkehrsmittel hasse?

17.57 Uhr
Abmarsch zum Burger King. Hab ich ein Hunger. Mal wieder.

17.59 Uhr
Führe anregende Gespräche mit der Bedienung, die sich für einen Staubsaugervertreter hält. Nein, ich will keine neue verbesserte Curry-Ketchup-Mischung ausprobieren. Nein, ich will keine Pommes dazu. Ich will auch kein Menü. Ich will auch nichts dazu trinken. Ich will nur 2 einfache kleine 99er. Ist das denn sooo schwer zu verstehen?

18.01 Uhr
Verzehre genüsslich meinen 99er. Mann schmeckt der mir gut. Hmmmm. Beobachte parallel zu meinem Festschmaus die Umgebung.

18.02 Uhr
Bemerke, wie ein seltsam aussehender Südländer ganz un-unauffällig eine Serviette über dem Türknauf zu der Toilette vergisst.

18.02:34 Uhr
Bemerke, wie der nächste Toilettengast die Serviette dem seltsamen Südländer bringen will. Der wird bestimmt glücklich sein. Das nenn ich mal Zivilcourage und Anstand. Wenn ich meine Brieftasche verlieren würde, würde ich auch glücklich werden, wenn mir die einer wiederbringt.

18.04 Uhr
Kommilitone verabschiedet sich kurz von mir, um mal seine Blase zu entleeren.

18.06 Uhr
Zurückgekommener Kommilitone berichtet von einem seltsam aussehenden Südländer, der anscheinend erotisches Fetisch-Verhältnis mit einem Waschbecken hatte und ihm laut „Du hasch nix gesinn, Alldaaa“ entgegnete. Naja, ich wär bei so einem Têtê-à-Têtê mit einem Waschbecken auch etwas überrascht.

18.08 Uhr
Habe meine 99er endlich verzehrt. Also die Burger waren schon etwas gewürzt. Aber das haben ja Hot-Chili-Burger so an sich.

18.08:34 Uhr
Wieso habe ich mir kein Getränk geholt? Boah brennt das.

18.10 Uhr
Ab zum Kiosk. Gibt es neue Zeitungen? Haben die auch Getränke?

18.15 Uhr
Bäää. Nur altes Zeuch. Kenn ich alles schon. Und nix zu trinken. Und nun ab zum Gleis. Mann brennt das.

18.17 Uhr
Verzweifelte Suche nach Sitzplatz. Bin so fix und alle. Und hab ich einen Durst.

18.19 Uhr
Wiedervereinigung mit 3 Schulklassen. Frage mich, wieso Murphy vom Vatikan noch nicht heilig gesprochen wurde. Beginne leise „What have I done to deserve this“ zu pfeifen.

18.21 Uhr
Frage mich nach dem Sinn und Zweck des Hin-und-her-Rennens von pubertierenden 12-jährigen im Wartebereich. Wieso müssen alle Kinder heute unter ADS leiden?

18.25 Uhr
Hat jemand für mich eine Kopfschmerztablette? Und für die Kinder Ritalin?

18.26 Uhr
Bemerke seltsame Kleidung der Jugendlichen von heute. Stelle mir selbst die Frage, wieso man viel mehr von der Unterhose sehen kann, als von der darüber getragenen Hose. Ich will nicht wissen, dass der Typ da vorne Bärchen drauf hat. Argh. Ob ich ihm aus Solidarität meinen Gürtel schenken soll?

18.28 Uhr
Yeah, endlich die erlösende Durchsage. „In Kürze fährt ein, die Regionalbahn aus Homburg zur Weiterfahrt nach Trier über Völklingen, Saarlouis, Merzig. Planmäßige Ankunft 18.29 Uhr. Abfahrt um 18.33 Uhr.“ Juchhu. „Der Zug verspätet sich um voraussichtlich 10 Minuten“. Argh. Neein.

18.29 Uhr
Frage mich, wo diese Regionalbahn zum jetzigen Zeitpunkt ist. Ich hasse die Bahn. Erst morgens ein Personenschaden und was ist das denn jetzt?

18.33 Uhr
Eigentlich sollte ja jetzt der Zug wieder abfahren. Aber tjaaaaa…. Es kommen immer mehr Leute, die gerne zusteigen möchten.

18.37 Uhr
Wieso steht auf der Anzeige da oben plötzlich 15 Minuten Verspätung? Was ist denn da schon wieder los. Schätze die Anzahl der Wartenden auf ca. 140. Vertrauen in Öffentliche Verkehrsmittel hat sich nicht wirklich gesteigert.

18.43 Uhr
Noch eine Durchsage. „In Kürze fährt ein, die Regionalbahn aus Homburg zur Weiterfahrt nach Trier über Völklingen, Saarlouis, Merzig. Planmäßige Ankunft 18.29 Uhr. Abfahrt um 18.33 Uhr.“ Ja,ja,ja? „Aufgrund eines technischen Zwischenfalls Glaiswechsel auf Gleis 12.“ Doppel-Argh.

18.45 Uhr
Frühsport am Abend suxx.

18.46 Uhr
Und noch eine Durchsage „In Kürze fährt ein, die Regionalbahn aus Homburg zur Weiterfahrt nach Trier über Völklingen, Saarlouis, Merzig. Planmäßige Ankunft 18.29 Uhr. Abfahrt um 18.33 Uhr.“ Und? „An Gleis 12, bitte Vorsicht bei der Einfahrt“. Argh, na endlich… Die ganzen Leute wollen wirklich mitfahren? Wo bleibt denn der Zug?

18.47 Uhr
Das sind nicht wirklich wieder zwei Waggons. Neeeeeeeeein.

18.49 Uhr
Frage mich, ob so sich auch die Fische in den Sardinenbüchsen fühlen. Gebe den Glauben an freie Sitzplätze auf.

18.50 Uhr
Erneute phylosophische Gedanken. Soll ich einen Verein zur Rettung der von Aussterben bedrohten Art der Sitzplätze gründen? Wenn ich jetzt noch einen dieser Kufa-Hüpfer hätte, und noch einen Ghettoblaster mit feinstem Techno, dann hätte ich theoretisch einen. Merke, wenn du morgen wieder mim Zug fährst, denk an große Boxen und viel Bass.

18.52 Uhr
Beginne die suizidal veranlagten S-Bahn-Surfer zu beneiden. Die haben wenigstens Luft zum atmen.

18.53 Uhr
Werde von pubertierenden 12jährigen angepöbelt. Wie oft, soll ich denn noch sagen, dass ich kein Chatter bin. Hat der da jetzt einen Schlagring? Muss der nicht bald aussteigen?

18.54 Uhr
Ich dachte die Schulklasse käme aus Völklingen. Gulp. Nein, ich kenne den Typen echt nicht.

18.55 Uhr
Wieso haut der denn jetzt ab? Ich war fast fertig mit dem. Was ist denn… Oh. Fahrkartenkontrolle. JA, ich habe meinen Personalausweis dabei. JA, sie können den Studentenausweis gerne von nahe sich ankucken. NEIN, der ist NICHT laminiert. Argh. Fühle mich wie ein Betrüger.

18.56 Uhr
Frage mich, wieso so ein kleiner Papierfetzen 120€ kostet, und die Zugfahrer immer noch denken, man wäre ein Betrüger. Da läuft irgendwas schief. Hmmm. Wo ist denn mein Zwölfjähriger Freund?

18.57 Uhr
Sehe, wie mein Kamerad längeres, eingehendes Gespräch mit Schaffner führt und wild mit Armen gestikuliert. Was der wohl gemacht hatte…. Höhö. Ich will nur noch nach Hause.

18.58 Uhr
Wieso wird der Zug langsamer?

18.59 Uhr
Wieso hält der Zug an einem unbekannten Ort in der Mitte von Nirgendwo?

19.00 Uhr
Wieso geht plötzlich der Strom aus? Und wieso kann ich nichts mehr sehen? Ich hasse Winter. Sie sind kalt, anstrengend und zu früh dunkel.

19.01 Uhr
Licht geht wieder an. Lokführer entschuldigt die technischen Pannen und verweist auf die verengte Fahrbahn, da ein anderer Zug einen Unfall an einem Bahnübergang hatte. Argh. Ich glaube da oben lacht sich gerade ein mächtiges Wesen weg.

19.03 Uhr
Ein mir gegenüberstehender netter Mann mit italienischem Akzent beginnt einen Monolog über Schallplattenspieler der 80er Jahre. Ich will hier raus. SOFORT. Merke: Es gibt durchaus Wissen, das ich nicht wissen will.

19.05 Uhr
„Nächster Halt: Ensdorf“. Danke. Danke. Es gibt doch noch einen Gott. Und was meinen Kollegen da neben mir angeht. Ich hätte nie gedacht, dass Italodisko so religiös verehrt werden könnte.

19.08 Uhr
Endlich raus. Ich will einfach nur nach Hause. Sooooo… und jetzt noch 2 Stunden ins Internet, einen kurzen Blick aufs Übungsblatt werfen, TV Total kucken und dann schon wieder ins Bett. Und dann fängt morgen wieder alles von vorne an….