Hanau

Wenn man sich das Manifest dieses durchgeknallten Manns durchliest, kommt mir leider nur ein Gedanken in den Kopf…

Das kann nur die Tat eines Jemanden sein, der Tag und Nacht mit seinen Gedanken allein gelassen wurde und vereinsamt ist. Jemand, der Tag und Nacht mit sich selbst und niemals über seine Gedanken mit anderen gesprochen hat. Es hat niemanden gegeben, der ihm widersprochen hätte können.

Warum sage ich das so? Auch ich hatte mal Gedanken gehabt,

– dass ICH im Zentrum einer Verschwörung stehen würde.

– dass sich das Universum um MICH drehen könnte.

– dass ICH überwacht werde und mein Leben wie bei Big Brother oder Truman Show aufgezeichnet und irgendwo im Fernsehen bei einem RTL-II-artigen Fernsehsender ausserhalb meiner Realitätsblase gezeigt wird

– dass ICH der Grund für das Ende der Welt sein könnte, wenn ich nur eine Freundin finden sollte (bis 2012)

– dass Orte, die ICH neu entdecke, Re-Skins von bereits alten gesehenen anderen Orten sind, um Produktionskosten und Entwicklungskeit zu sparen

– dass The Grand Tour MEINE Idee der legendären Tour Kissing-Petting-Fucking geklaut haben, von denen ich nur meinen besten Freunden erzählt habe (hm… vllt. sind sie ja Teil der…)

– und noch viele abstrusere Ideen.

Vieles davon ist himmelschreiender Bockmist. Mancher bleibt wochenlang im Kopf hängen. Ab und zu bleibt einer dieser Gedanken hängen und entwickelt sich zu einer Kurzgeschichte oder einer Idee, die man für Spiele oder Bücher verwenden könnte.

Fakt ist. Ich kenn meine Realität um mich herum und ich hab meine Orte an denen ich mich nicht alleine oder einsam fühle, und dass ich Freunde hab, mit denen ich über meine Gedanken reden kann. Ich weiss aber auch, dass ich mich nicht von diesen Gedanken fehlleiten lassen darf. Leider sehe ich immer wieder (und in den vergangenen Jahren immer häufiger) ein Phänomen, bei dem ich beim Recherchieren einen Klos im Hals bekomme.

Seit dem Amoklauf auf der Virginia Tech Universität in den USA ist der Begriff der Incel-Bewegung immer stärker geworden. Incel steht dabei für „Involuntary celibacy“ oder „unfreiwilliges Zölibat“. Grob genommen Menschen (zumeist junge, erwachsene Männer), die etwas weniger Erfolg haben beim anderen Geschlecht… und dabei eine Verschwörung innerhalb ihrer direkten Umgebung sehen, die sie daran aktiv hindert, die große Liebe zu finden. Oder Sex. Oder was auch immer. Dabei sehen sie nicht, dass sie selbst diejenigen sind, die sich selbst bei diesem Wunschtraum behindern. Oder generell Empathie für andere Menschen empfinden können.

Ich hatte vor einigen Jahren die Idee zu einem Buch gehabt. Ich glaube ich hab damals nur ein Kapitel geschrieben. Etwas abstrus vielleicht. Es ging darin um einen Studenten, der auf einen Road Trip mit einer anderen Person gehen soll. Nämlich Gott. In meiner Story war Gott aber ein… wie soll ich sagen… gelangweilter Arbeitsloser, der sich quasi auf der Couch das Fernsehprogramm der Erde anschaut. Und jeder einzelne Mensch hat seinen eigenen Kanal (klingt irgendwie nach YouTube, wenn ich heute genau drüber nachdenke). Geschrieben hatte ich die Story irgendwann Mitte der 2000er Jahre, 2005/2006 vielleicht. Aber irgendwie musste ich an meine Story von damals denken, die ich in dem Zeitraum geschrieben hab, als ich die Per Anhalter durch die Galaxis-Bücher von Douglas Adams gelesen habe.

Hier ist der Link dazu:
http://www.dailyarvel.de/?p=1658

Worauf ich aber hinaus will:
Falls ihr Menschen habt in eurem Umfeld, von denen ihr glaubt, dass sie alleine leben und immer mehr in die Einsamkeit versinken: Versucht Kontakt zu ihnen aufzunehmen und lasst es nicht zu, dass sie sich alleine fühlen oder einsam. Lasst sie nicht in eine krude Gedankenblase fallen, in der sie nicht mehr herauskommen. Einsamkeit kann ein tödlicher Killer sein. Hilft anderen!

Ach kacke… jetzt hab ich schon wieder zu viel geschrieben…

TL;DR

Gebt Menschen, die einsam sind, nicht das Gefühl, dass sie wirklich alleine sind.

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