{"id":1672,"date":"2012-02-08T02:17:02","date_gmt":"2012-02-08T00:17:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dailyarvel.de\/?p=1672"},"modified":"2012-02-08T02:37:26","modified_gmt":"2012-02-08T00:37:26","slug":"sopa-pipa-acta-fuck-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dailyarvel.de\/?p=1672","title":{"rendered":"SOPA, PIPA, ACTA, FUCK &#8211; Teil I"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die letzten Wochen und Monate geisterten mehrere komische Acronyme durch die Medien: SOPA, PIPA und ACTA. Gesetzesvorschl\u00e4ge, die auf starken Widerstand gesto\u00dfen sind, gab es ja bekanntlich schon \u00f6fters. Dass aber auf &#8222;lokale&#8220; Gesetze weltweit koordinierte Proteste folgen ist aber neu. Fangt man an, sich diese Gesetzesvorhaben und internationale Handelsvertr\u00e4ge etwas n\u00e4her anzuschauen, dann fangt man schon ziemlich schnell an, sich am Kopf zu kratzen und schnell zu radikalisieren&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Vor knapp 2 Jahren habe ich bereits einen Beitrag geschrieben \u00fcber die neue <a href=\"http:\/\/www.dailyarvel.de\/2010\/04\/04\/schone-neue-content-welt\/\">Content-Welt<\/a>. Damals schrieb ich \u00fcber die zersplitterten Versuche der Medienindustrie ihren Content in Form von B\u00fcchern, Musik oder Filme an die Kunden zu bringen. Klar, Onlinepiraterie ist definitiv nicht der richtige Weg. Musiker, Autoren, Filmemacher wollen durchaus ihr Geld verdienen. Und mit guten Onlinestrategien sollte dies auch ganz gut gelingen. Gro\u00dfe Konzerne wie Apple oder Amazon haben mit ihren Onlinemusikl\u00e4den gro\u00dfen Erfolg mit einem einigermassen guten Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis. Zeitschriften wie Spiegel oder die Bildzeitung kann man stellenweise Stunden vorher online lesen, bevor die ersten Kioske aufmachen. eBooks machen bei Reisen das schwere Mittragen von dicken B\u00fcchern \u00fcberfl\u00fcssig. Tolle neue Welt nicht? W\u00e4re da nicht die ewige DRM-Quengelei. Jeder, der versucht hat, f\u00fcr einen guten Freund ein Mixtape zu erstellen, weiss wovon ich spreche. In den 80ern und 90ern, als man noch gro\u00dfe physikalische Musik-Sammlungen hatte, tauschte man Musik noch auf Kassetten aus. Man legte seine CD in den CD-Spieler, eine Kassette in den Tape-Rekorder und lie\u00df dann die CD laufen. Man zog sich also eine sch\u00f6ne Analogkopie auf ein Magnetband, das man in Zukunft auch mal wieder \u00fcberspielen konnte. Und ja&#8230; Das Erstellen eines 90-Minuten Mixtapes dauerte &#8230; mindestens 90 Minuten. Mittlerweile haben sich die Zeiten ge\u00e4ndert. Mixtapes sind Teil der Geschichte geworden. Musik wird massenhaft auf mehrere Gigabyte gro\u00dfe MP3-Player aufgespielt. War die Kassettenmusik der 80er und 90er noch eine sorgf\u00e4ltige Auswahl der aktuellen Hits, so sind heutige MP3-Player eigentlich nur noch eins: Mit allem m\u00f6glichen Kram gef\u00fcllt, unsortiert und Hauptsache viel. Ist dies vielleicht auch eine Nebenwirkung des Content-Breis, der heute ver\u00f6ffentlicht wird, so hat sich aber das Leben deutlich erschwert. Das Erstellen von Privatkopien ist massiv erschwert worden, Inhalte werden an bestimmte Ger\u00e4te gebunden und jegliche freie pers\u00f6nliche Verwendung wird eingeschr\u00e4nkt. Ein Beispiel aus der j\u00fcngsten Vergangenheit. Bis vor wenigen Jahren waren Musikst\u00fccke im iTunes Store in zwei Varianten erh\u00e4ltlich: Eine Variante mit DRM und eine ohne DRM. DRM steht f\u00fcr Digital Right Management und ist bei vielen Internetnutzern so etwas wie ein Ha\u00dfbegriff geworden. Die Variante mit DRM kostete standardm\u00e4\u00dfig 99ct und beinhaltete Einschr\u00e4nkungen wie &#8222;Man darf ein Musikst\u00fcck nur an insgesamt 5 Rechnern mit einem iTunes Programm verwenden&#8220; oder &#8222;Man darf ein Musikst\u00fcck nur eine bestimmte Anzahl mal auf eine CD brennen&#8220;. Weiterhin kann man das Musikst\u00fcck nat\u00fcrlich nur an einen iPod \u00fcbertragen. Andere MP3-Player sind aussen vor gelassen, auch weil Apple ein eigenes Musikformat verwendet. Angenommen man h\u00e4tte keinen iPod, m\u00fcssten man sich zuerst einmal die Rechte besorgen (kostete 30ct. extra pro Titel), dann konnte man das Musikst\u00fcck in ein MP3 verwandeln und dann auf den MP3-Stick \u00fcbertragen. Toll! Was man alles machen darf, um auf der legalen Seite zu stehen. Mittlerweile sind die DRM-Einschr\u00e4nkungen weitaus zur\u00fcckgefahren worden im iTunes Store und es ist nun nicht mehr mit erheblichem finanziellen Aufwand m\u00f6glich seinen Noname-MP3-Player zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wie kriegt man dann die Musik von einem angemeldeten Rechner auf den iPod, auf das iPad oder das iPhone&#8230; oder&#8230; auf alle drei. Nun, man hat sich bis vor kurzem ein Musikst\u00fcck auf einem Ger\u00e4t gekauft und \u00fcbertr\u00e4gt dann das Lied per Synchronisierung auf die anderen Ger\u00e4te. Was durchaus umst\u00e4ndlich ist. Oft kam es auch vor, dass bei der Synchronisierung etwas schief gegangen ist, eine fr\u00fchere Sicherheitskopie wiederhergestellt wurde und neue Musikst\u00fccke, die auf einem iPod gekauft worden, gel\u00f6scht worden sind, bevor man das Lied \u00fcbertragen konnte. Das 99ct. teuere Musikst\u00fcck war dann weg. Toll, ne? Mir ist das durchaus ein paar Mal passiert und ich hatte das Gl\u00fcck, dass das iTunes Kundenpersonal schnell reagiert hatte und ich mir das Lied ausnahmsweise noch mal runterziehen konnte. Erst seit kurzem, nachdem es eine \u00dcbereinkunft mit der GEMA gegeben hat, ist iTunes in the Cloud verf\u00fcgbar, mit der man jedes Musikst\u00fcck erneut und auf jedes Ger\u00e4t wieder runterladen kann, ohne das Ger\u00e4t synchronisieren zu m\u00fcssen. Doch zur GEMA sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kann man damit immer noch alle m\u00f6gliche Musikst\u00fccke h\u00f6ren? Nicht wirklich, denn das globale Internet ist noch immer zerst\u00fcckelt in kleine lokale Internetze, die sich m\u00f6glichst effektiv gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern abgrenzen wollen. Ich lebe zum Beispiel etwa 10 Kilometer von der franz\u00f6sischen Grenze entfernt. Vor ein paar Jahren mochte ich u.a. die elektronischen Lieder der Musikerin Aliz\u00e9e. Da ich auch Musiksammler bin und gerne Remixe h\u00f6re, wollte ich nat\u00fcrlich auch die damals aktuellen Singles kaufen im iTunes Store. Doch im deutschen Store war tote Hose&#8230; und die Hose ist auch heute noch tot. Wo gibts dieses Album denn dann zu kaufen? Im franz\u00f6sischen Store nat\u00fcrlich. Kommt man da rein? Nat\u00fcrlich nicht, denn Apple achtet darauf, dass ein angemeldeter Email-Kontakt nur einmal f\u00fcr einen lokalen Store verwendet werden darf. Weltweit. Da die Vertriebswege der Content-Inhaber aber sehr intransparent sind, kommt es verdammt oft vor, dass Musiksammler so schnell ausgegrenzt werden. Nat\u00fcrlich gibt es Umwege, aber es macht wieder deutlich, dass einem normalen B\u00fcrger der Zugang f\u00fcr ein musikalisches Paradies erschwert wird. Denn, geben wir es nun ernsthaft zu: Napster war ein musikalisches Paradies. Jede Art von Musik war erh\u00e4ltlich. Ohne L\u00e4ndergrenzen. Ohne gr\u00f6\u00dfere Probleme. Ich frage mich, wieso nach knapp 14 Jahren seitdem Napster zum ersten Mal zum Download angeboten wurde, die Musikindustrie noch nicht eine weltweit verf\u00fcgbare Plattform entwickelt hat, in der man nicht nur den physikalisch nur in Gro\u00dfbritannien ver\u00f6ffentlichten Remix eines aktuellen Hits findet, sondern auch exotische Dinge wie JPop oder russischen Techno sofort findet. Musik, die man sonst nie im normalen Laden finden w\u00fcrde. Spotify geht da schon in die richtige Richtung. Aber nat\u00fcrlich nicht in Deutschland. Spotify ist eine Art Wunschradio. Man hat eine der gr\u00f6\u00dften Musikdatenbanken der Welt, kann sofort nach einem Lied suchen, spielt dieses als Stream ab. S\u00e4mtliche Musikfirmen unterst\u00fctzen das Format und lizensieren die Rechte f\u00fcr ihre Musikst\u00fccke. F\u00fcr einen monatlichen Beitrag kann man dann so viel Musik h\u00f6ren wie man m\u00f6chte und zwar genau die Musik, die man mag. Klingt doch himmlich. Nat\u00fcrlich ist Deutschland bislang aussen vor, denn wir haben da immer noch eine gewisse Verwertungsgesellschaft namens GEMA, die\u00a0Gesellschaft f\u00fcr musikalische Auff\u00fchrungs- und mechanische Vervielf\u00e4ltigungsrechte. Ist man ein rechtschaffender K\u00fcnstler, meldet man sich bei der GEMA an und jedes Mal, wenn ein Lied im Radio gespielt wird, im Fernsehen ein Musikvideo l\u00e4uft oder auf einer \u00f6ffentlichen Party ein Lied im Hintergrund l\u00e4uft, flie\u00dfen Geb\u00fchren an die GEMA. Dieses eingenommene Geld wird dann wiederum verteilt an die K\u00fcnstler. Theoretisch eine gute Institution: Auch K\u00fcnstler, die ausserhalb des Rampenlichts und fr\u00fcher mal den einen oder anderen Hit hatten, k\u00f6nnen durchaus mit Tantiemen rechnen. Doch, das Gesch\u00e4ftsmodell ist alles andere <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/kultur\/musik\/die-kleinen-klagen-bitterlich-ueber-die-gema-id175113.html\">als transparent, wie das Geld verteilt wird<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.handwerksblatt.de\/Handwerk\/Mittelstand\/Technik-auto\/9287.html\">stellenweise schon krakenhaft<\/a>, wenn Autoh\u00e4user schon darauf achten m\u00fcssen, dass sie nicht nur GEZ- sondern auch GEMA-Geb\u00fchren entrichten &#8222;d\u00fcrfen&#8220;, und das selbst dann <a href=\"http:\/\/fernsehkritik.tv\/folge-69\/Start\/#jump:1-40\">wenn es nur in den Vorf\u00fchrwagen Autoradios vorhanden sind<\/a>. Nat\u00fcrlich haben wir der GEMA ja auch zu verdanken, dass es auf youtube praktisch keine Musikvideos mehr gibt, selbst wenn diese von den offiziellen Musikfirmen oder direkt von K\u00fcnstlern selbst hochgeladen wurden. F\u00fchrt man sich vor Augen, was das bedeutet, sieht man die deutliche Ironie: Musikvideos sind eigentlich prinzipiell gesehen Werbefilme f\u00fcr Musikst\u00fccke, um diese schmackhaft f\u00fcr den Kunden zu machen. Der Kunde geht dann in den n\u00e4chsten Laden (oder Onlineladen) und kauft sich dann die entsprechende CD. Der K\u00fcnstler ist gl\u00fccklich, weil sein Video oft gesehen wird, seine CD gekauft wird und der Musikh\u00e4ndler und die Musikfirma, die den K\u00fcnstler vertritt sind auch gl\u00fccklich. Was passiert in Deutschland? Der Musikfan geht auf youtube, sucht den neuesten Titel und sieht dann:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.dailyarvel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/youtube.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1673\" title=\"Youtube\" src=\"http:\/\/www.dailyarvel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/youtube.jpg\" alt=\"\" width=\"810\" height=\"585\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was defakto eine Art Werbeverbot ist&#8230; Ist das Lied jetzt gut oder schlecht? Kann man nicht sagen, man muss woanders rumsuchen. Immer h\u00e4ufiger bekommt man dann zu sehen, dass man zwar ein bestimmtes Video sehen k\u00f6nnte, wenn man sich doch nur in einem anderen Land \u00a0befinden w\u00fcrde. Schlie\u00dflich hat man ja Angst, dass die lokale Verwertungsfirma kein Geld verdienen k\u00f6nnte&#8230; WENN es denn dort auch ver\u00f6ffentlicht werden sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen also, dass das freie Netz durch lokale Rechteinhaber, veraltete Gesch\u00e4fts- und Vertriebsmodelle und DRM-Ma\u00dfnahmen bislang stark beschnitten wird und selbst legal zahlende Kunden stellenweise nicht in der Lage sind, ihre Musiksammlung l\u00fcckelos zu vervollst\u00e4ndigen. Die Musikindustrie ist dabei eigentlich schon eine Art Vorreiter im Netz, denn Musikdateien waren und sind wegen ihrer kleinen Dateigr\u00f6\u00dfen schnell tauschbar. Doch dank schneller Internetzug\u00e4nge werden auch Filme und Fernsehserien im Netz angeboten und selbst Computerspiele, die mittlerweile mehrere DVDs f\u00fcllen, sind dank Breitbandanschluss schnell bei Steam oder \u00e4hnlichen Downloadportalen zu erwerben. Und seitdem auch immer mehr eBooks verkauft werden, m\u00fcssen sich auch die gro\u00dfen B\u00fccherverlage mit neuen Verkaufsmodellen befassen. Doch es zeigt sich auch hier: Die Preisfindung ist nicht wirklich ersichtlich. Schauen wir uns mal den Produktionsweg eines Buches an: Ein Autor schreibt ein Manuskript f\u00fcr ein Buch und schickt dies seinem Verlag. Der Verlag l\u00e4sst dann das Buch in gro\u00dfen Mengen drucken. Die gebundenen B\u00fccher werden dann vertrieben an die Buchh\u00e4ndler, wo sie dann verkauft werden. Dabei gilt in Deutschland der besondere Fall der Buchpreisbindung. Der Preis eines Buches wird dabei festgeschrieben f\u00fcr alle Buchh\u00e4ndler und ist \u00fcberall gleich. Ich bin mir sicher, g\u00e4be es keine Buchpreisbindung, w\u00fcrde es wohl auch viele w\u00f6chentliche Sonderangebotsflyer von Thalia oder Bock &amp; Seip geben, wie man sie von Media Markt oder Saturn her kennt. \u00dcberlegt man sich nun, dass eine eBook-Variante eines aktuellen Taschenbuchs weder Papier ben\u00f6tigt (Produktionskosten f\u00fcr Papier und Druck), kein Vertrieb und auch kein direkter Verkauf beim H\u00e4ndler erfolgt, sieht man schon, dass bei einem solchen Vertriebsweg wesentlich weniger Produktionskosten anfallen. Klasse, das muss sich doch sicherlich im Preis bemerkbar machen&#8230; eben nicht. Denn eBooks kosten eigentlich genauso viel wie im Handel. Vielleicht 1-2 Euro weniger, aber trotzdem ist ein virtuelles Buch genauso teuer wie ein gebundenes Buch. Doch auch bei DVDs, Blu-rays und auch Computerspielen sieht man, dass die virtuellen Wertgegenst\u00e4nde, die man online erwirbt, stellenweise deutlich teurer sind als ihre physikalischen Pendants. Auch wenn diese mit gro\u00dfen Verpackungen daherkommen, mit Anleitungen, Installations-DVDs, die von den gro\u00dfen Presswerken an die ganzen H\u00e4ndler verteilt werden. Eigentlich sollten virtuelle G\u00fcter billiger sein, oder? Denn eigentlich sollte das Prinzip Angebot und Nachfrage durch virtuelle G\u00fcter auf den Kopf gestellt werden. Nehmen wir zum Beispiel ein wissenschaftliches Fachbuch. Es gibt verschiedene Verlage f\u00fcr wissenschaftliche Fachb\u00fccher und aufgrund ihres vergleichbaren kleinen Publikums von Studenten, Lehrenden und Universit\u00e4tsbibliotheken werden die B\u00fccher in einer vergleichsweise kleinen Auflage gedruckt. An den Unis ist daher die Nachfrage recht gro\u00df, weshalb die Spezialb\u00fccher durchaus schon mehr als 50 Euro kosten. Je spezieller das Fachthema wird, desto h\u00f6her wird der Preis. B\u00fccher zu Konferenzen k\u00f6nnen durchaus schnell im dreistelligen Bereich kosten. Nat\u00fcrlich haben die meisten Universit\u00e4ten einen Onlinezugriff auf die meisten Onlinepublikationen, was gut f\u00fcr die Studenten ist, aber sobald man ausserhalb des IP-Bereichs der Uni ist, hat man ein kleines Problem. Kauft man sich deshalb irgendwann mal direkt ein solches Fachbuch, legt man schon gleich ein kleines Verm\u00f6gen hin. Aus diesem Grund hat Apple vor kurzem eine Fachbuchoffensive gestartet, in denen die meisten wichtigen Verlage ihre Fachb\u00fccher zu einem Kampfpreis bis zu 15 Dollar anbieten. \u00dcberlegt man sich, dass Onlineb\u00fccher keinem physikalischen Nachfrageprinzip unterliegen, muss man das gesamte Prinzip von Angebot und Nachfrage \u00fcberdenken. K\u00fcnstlerische Werke wurden bis vor wenigen Jahren rein physikalisch produziert: B\u00fccher auf Papier, Filme auf DVDs, Musik auf CDs. Das Angebot der Ware wurde geregelt durch die jeweilige Auflage eines Werkes. Wird ein Werk schnell ausverkauft, wird die Ware nachproduziert: Die Nachfrage ist hoch und bei einer hohen Auflage, ist der Preis auch vergleichsweise niedrig. Begrenzt wird dies nur durch die physikalische Beschr\u00e4nkung der Auflage. Und ja&#8230; bei einem rein virtuellen Vertrieb gibt es genau diese Beschr\u00e4nkung nicht. Die Ware ist prinzipiell unendlich oft verhanden, denn bei einem Onlinekauf kopiert man sich eigentlich nur das Werk auf seinen eigenen Rechner. Wie oft stand man schon im Media Markt fragend vor den DVD-Verkaufsst\u00e4nden, weil eine neue DVD bereits ausverkauft ist. Passiert das auch in einem Online-Verkaufshandel? Nein! Denn es gibt keine physikalische Kontigentierung der Ware. \u00a0Wieso sollte dann also wissenschaftliche Fachliteratur einen Haufen Geld kosten? Das Argument der geringeren Auflage f\u00e4llt da schon mal direkt flach. Und nat\u00fcrlich gewinnen Verlage f\u00fcr wissenschaftliche Fachliteratur mehr Kunden, wenn ihre B\u00fccher billiger sind: Studenten, die ja bekanntlich nicht sonderlich viel Geld haben, k\u00f6nnen sich ihre Fachb\u00fccher direkt leisten. Man braucht nicht mehr unbedingt in eine Bibliothek zu gehen, weil das Buch so teuer ist. Und da die meisten Fachb\u00fccher eh so schwer sind, dass man damit einen schweren Sch\u00e4delbasisbruch hinbekommt, wenn man mit einem Buch einem Gegner eine \u00fcberzieht, sind auch die Taschen nicht mehr so schwer. Man hat einfach seinen eReader, der die gesamte Bibliothek beinhaltet und das wars. Tolle Idee, wenn man ein amerikanischer Student ist, denn die deutschen Fachverlage wie Springer, Berlin oder Vieweg Teubner verlangen nat\u00fcrlich immer noch im iBookstore die gleichen Preise wie ihre gebundenen B\u00fccher, stellenweise mehrere Hunderte Euro. Irgendwas stimmt hier doch nicht, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Prinzip k\u00f6nnte man als Autor nat\u00fcrlich logischerweise sagen, dass man in so einem Onlinebuchladen durchaus direkt sein neues Buch vertreiben kann, OHNE einen Verlag als Mittelmann zu haben, die Vertriebskette zwischen K\u00fcnstler und Kundschaft wird immer kleiner. Aus diesem Grund ist der aktuelle Schritt von Apple, dass man mit einem iBooks Creator Programm direkt selbst B\u00fccher schreiben und vertreiben kann, sehr konsequent. Auch wenn man sich in den AGBs des Programms anfangs etwas falsch ausgedr\u00fcckt hatte. Klar, Verlage haben immer noch eine gewisse Medienpr\u00e4senz, k\u00f6nnen ein Werk immer noch besser vertreiben als eine Einzelperson. Aber dennoch: Normale Menschen k\u00f6nnen nun selbst ihre eigene Kunst erstellen und anderen Leuten zur Verf\u00fcgung stellen. Und auch daran direkt verdienen. Doch stellt man sich eine Welt vor, wo K\u00fcnstler direkt ohne Mittelsm\u00e4nner von Verlagen, Firmen, Sendern oder K\u00fcnstlergemeinschaften ihre Kunstwerke anbieten, bleibt eigentlich unterm Schnitt viel mehr f\u00fcr den K\u00fcnstler \u00fcbrig. Der K\u00fcnstler ist unabh\u00e4ngig und kann auch ohne zus\u00e4tzliche Beeinflussung durch eben diese Mittelsm\u00e4nner freier arbeiten. Eigentlich eine ideale Vorstellung. Doch reaktion\u00e4re Wirtschaftszweige, Lobbyarbeit und veraltete Wertvorstellungen machen diese Idealvorstellung nicht nur zunichte, sie bedrohen auch noch die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung. Und damit sind wir dann bei SOPA, PIPA und ACTA angekommen. Da ich aber jetzt schon zu viel geschrieben habe, habe ich mich dazu entschlossen, diesen Beitrag in mehreren Teilen zu ver\u00f6ffentlichen und m\u00f6chte dies fortf\u00fchren und mich dann n\u00e4her mit diesen drei Akronymen besch\u00e4ftigen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten Wochen und Monate geisterten mehrere komische Acronyme durch die Medien: SOPA, PIPA und ACTA. Gesetzesvorschl\u00e4ge, die auf starken Widerstand gesto\u00dfen sind, gab es ja bekanntlich schon \u00f6fters. Dass aber auf &#8222;lokale&#8220; Gesetze weltweit koordinierte Proteste folgen ist aber neu. 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