{"id":1255,"date":"2010-07-17T18:33:42","date_gmt":"2010-07-17T16:33:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dailyarvel.de\/?p=1255"},"modified":"2010-07-17T18:34:57","modified_gmt":"2010-07-17T16:34:57","slug":"ein-how-to-fur-ubungsaufgaben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dailyarvel.de\/?p=1255","title":{"rendered":"Ein &#8222;How to&#8220; f\u00fcr \u00dcbungsaufgaben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ein wichtiges Mittel, um den Studenten neues Wissen beizubringen, ist das vorgetragenene Wissen zu \u00fcben. Mit Hilfe von \u00dcbungsaufgaben. Klingt jetzt kompliziert. Ist aber so \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In meinem bisherigen Studentenleben habe ich gemerkt, dass man mit vielen praktischen und theoretischen \u00dcbungen den Stoff gut \u00fcben kann. In den letzten Jahren allerdings hat sich mein Blick allerdings gewandelt. Mittlerweile gab es bei mir den Wechsel von der Seite der Bearbeitenden zu der Seite der Aufgabensteller. Und ich kann euch sagen, es ist schon ein wenig mehr Arbeit als man denkt. Deshalb wollte ich mal einen kleinen Leitfaden bringen, wie man den schwierigen Spagat zwischen Dozentenwunsch, innerem Schweinehund und der H\u00f6rerschaft schaffen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Stoff<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angenommen, ein \u00dcbungsblatt soll an einem Tag ver\u00f6ffentlicht werden, muss erst mal geschaut werden, welches Thema eigentlich behandelt wurde. Hier sollte man sich mit dem Dozenten absprechen und abchecken, welcher Themenbereich drankommen wird. Am besten f\u00e4ngt man hier so fr\u00fch wie m\u00f6glich an. Betreut man eine Vorlesung, bei der das Skript schon fest steht, kann man hier schon am besten nachlesen, was drankommen wird. Sind die Vorlesungen &#8222;neu&#8220; (auch das kann mal vorkommen), sollte man sich auch mal in die Vorlesung setzen und mitschreiben. Dann sollte man sich am besten anstreichen welche Themen wichtig sind. Werden im Skript Beispiele verwendet, sollte man das am besten notieren. Auch sind nicht bewiesene S\u00e4tze in Skripten erste Anlaufpunkte f\u00fcr h\u00fcbsche Aufgaben. Hat man einen groben \u00dcberblick \u00fcber das Thema gefunden, kann man den Dozenten (sofern man nicht selbst derjenige ist) fragen, welche Themen er gerne auf dem Blatt haben will. Vielleicht hat er ja auch schon erste \u00dcbungsaufgaben parat, was dann schon meist etwas die Arbeit erleichtert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Aufgabenrecherche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat man sich einen \u00dcberblick geschaffen \u00fcber den zu \u00fcbenden Stoff, geht es an die Hauptarbeit: Aufgaben finden. Hat die Vorlesung schon \u00f6fters stattgefunden, dann ist der erste Schritt erst mal der Blick in die Vergangenheit. Oftmals liegen alte \u00dcbungsaufgaben noch vereinzelt im Netz auf \u00e4lteren Seiten herum. Vielleicht sogar noch mit Musterl\u00f6sung. Hier sollte man aber sich eines im Klaren sein. Webseiten, die f\u00fcr einen selbst leicht zu ergoogeln sind, sind auch f\u00fcr andere leicht zu finden. Es ist schon vorgekommen, dass Aufgaben 1:1 von fr\u00fcheren \u00dcbungsbl\u00e4ttern \u00fcbernommen worden sind, und die abgegebenen Bl\u00e4tter von den Studis sehen aus wie eine abgeschriebene Kopie der dazu passenden alten Musterl\u00f6sung. Ich hatte zB einmal eine Aufgabe, die mal fr\u00fcher verwendet wurde, und habe beim Abtippen mehrere Tippfehler eingebaut. Es kamen zwar immer noch &#8222;runde Werte&#8220; raus, aber das hat auch dazu gef\u00fchrt, dass vereinzelte Studis die \u00e4ltere Aufgabe bearbeitet haben, die ich eigentlich so nicht gestellt hatte&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Ideengeber sind Textb\u00fccher oder Aufgabenb\u00fccher. Schaut dazu mal am besten in eurer Bibliothek nach interessanten B\u00fcchern, denn dort findet ihr meist am Ende der jeweiligen Kapitel meist kurze Aufgaben und oftmals auch direkt mit einem L\u00f6sungvorschlag. Hier solltet ihr aber aufpassen, denn nicht jedes Buch passt auch zu dem Stoff, der in der Vorlesung durchgenommen wurde. Auch wenn Dozenten meist den Stoff auch mit Hilfe von externer Literatur vorbereiten, kann es passieren, dass man vieles weglassen muss aus Zeitgr\u00fcnden. Mal f\u00e4llt hier ein Beweis raus oder hier eine Eigenschaft. Deshalb m\u00fcsst ihr vorsichtig sein, dass eure Aufgaben NUR mit den Mitteln l\u00f6sbar sind, die auch tats\u00e4chlich in der Vorlesung drangenommen wurden. Sehr schwieriger Spagat. Am besten einmal die Aufgabe durchrechnen an Hand von dem Vorlesungsskript.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und noch eine Variante gibt es nat\u00fcrlich&#8230; Selbst Aufgaben kreiieren. Hier sollte man sich im klaren sein, dass man auf jeden Fall die Aufgabenstellung mind. 10 mal \u00fcberlegen sollte, denn falsche und unklare Formulierungen kann f\u00fcr viele ziemlich unverst\u00e4ndlich sein und eine anfangs als gut gemeinte Aufgabe schnell als \u00fcbungstechnisches Waterloo enden. Manchmal kann es passieren, dass man zB eine Multiple Choice Frage etwas simpel formuliert, so dass sie zwar f\u00fcr die meisten verst\u00e4ndlich ist, aber f\u00fcr jemanden, der etwas mehr Ahnung von dem Thema hat, nicht beantwortbar ist, weil man Spezial- und Sonderf\u00e4lle &#8222;\u00fcbersehen&#8220; hat. Deshalb sollte man durchaus mal seine Aufgaben von Kollegen checken lassen, ob die Aufgabe auch sauber und verst\u00e4ndlich zu verstehen ist. Will man aber eine Rechenaufgabe neu erstellen, sollte man am besten zu bew\u00e4hrten Tools wie Maple oder Matlab greifen und da mal schnell eine Aufgabe erstellen, z.B. wenn man Ableitungen berechnen oder lineare Gleichungssysteme l\u00f6sen will. Hier kann man dann schnell sehen, ob die Aufgabe eine gute L\u00f6sung hat oder nicht (zB ob eine L\u00f6sung brutale Br\u00fcche hat oder nicht). Will man die Aufgabe so drehen, dass eine bestimmte L\u00f6sung herauskommen soll, kann man die Aufgabe mittels Trial und Error schnell so umformen, dass die gew\u00fcnschte L\u00f6sung herauskommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Egal wo die Aufgaben herkommen, eine Sache sollte klar sein. Aufgaben sollen mit dem Stoff der Vorlesung l\u00f6sbar sein. Nat\u00fcrlich kann man, wenn man pervers veranlagt ist, Millenniums-Aufgaben stellen als Bonuspunkteaufgabe, generell sollte man da aber absehen&#8230; das gibt dann eine gute Klausuraufgabe ab *g* (ok, das war ein Scherz \ud83d\ude42 ). F\u00fcr mich gibt es da die Handregel, dass ich Aufgaben nur dann gerne stelle, wenn ich weiss, dass es eine Beispiell\u00f6sung gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Man\u00f6verkritik<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das Aufgabenblatt gestellt, beginnt die richtig kritische Phase. Die Bearbeitung der Aufgaben durch die Studis. Es kommen immer wieder Fragen auf, viele verstehen die Aufgabenstellung falsch, andere haben einen vollkommen falschen L\u00f6sungsansatz. Hier sollte man einen k\u00fchlen Kopf behalten und versuchen aufkommende Fragen m\u00f6glichst gut zu beantworten. Man kann kleine Hinweise geben, die einen auf die richtige F\u00e4hrte bringen, aber ohne die komplette L\u00f6sung anzugeben. Ich vergleiche das immer mit dem Spoiler im Kino. Es gibt nichts nervigeres bei einem Film, wenn vor dir einer sitzt, der den Film letzte Woche bereits gesehen hat und laut gr\u00f6hlt, dass der Hauptcharakter jetzt gleich stirbt (und ich stelle fest, dass die 12 j\u00e4hrigen Kiddies, die mir damals den Herrn der Ringe &#8211; Die Gef\u00e4hrten ruiniert haben am Ende des Films (&#8222;DER BOROMIR BEKOMMT GLEICH 3 PFEILE AB!!!&#8220;), jetzt eigentlich so alt genug sind, um bei uns in der Vorlesung zu sitzen&#8230; ja&#8230; ich werde alt&#8230;). Was ich sagen will ist&#8230; nichts nervt mehr beim Lernen oder generellen Vorbereiten, wenn man sich selbst spoiled, das gilt nicht nur bei Filmen, sondern auch bei \u00dcbungsaufgaben. Mir blieben in meiner Studentenzeit eigentlich nur die Aufgaben im Kopf h\u00e4ngen, wenn ich nach mehreren Stunden endlich eine z\u00fcndende Idee hatte, um sie zu l\u00f6sen, und nicht die Aufgaben, die ich irgendwo abgeschrieben hatte. Wenn dann die Aufgaben abgegeben worden sind, sieht man das Resultat. Manchmal kann es passieren, dass Aufgaben, bei denen man viel Zeit investiert hat, schlecht bearbeitet worden sind. Das sollte einen aber nicht zur\u00fcckwerfen. Das geh\u00f6rt dazu. Vllt. war die Aufgabenstellung noch nicht komplett ausgereift gewesen. Vllt. war in der Woche sch\u00f6nes Wetter gewesen, und die Studis haben sich eher eine Auszeit geg\u00f6nnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und an diesem Punkt beginnt dann auch wieder die Arbeit von neuem. Das n\u00e4chste \u00dcbungsblatt muss raus&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein wichtiges Mittel, um den Studenten neues Wissen beizubringen, ist das vorgetragenene Wissen zu \u00fcben. Mit Hilfe von \u00dcbungsaufgaben. Klingt jetzt kompliziert. Ist aber so \ud83d\ude42 In meinem bisherigen Studentenleben habe ich gemerkt, dass man mit vielen praktischen und theoretischen \u00dcbungen den Stoff gut \u00fcben kann. 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