Nothing to hide – Nothing to fear…

Erst einmal frohe Weihnachten nachträglich… ich war ein wenig… beschäftigt… World of Goo macht süchtig 🙂

Jedenfalls habe ich mich auch noch ein wenig mit den Vorbereitungen für meinen „Urlaub“ beschäftigt, denn dieser Blogeintrag kommt nicht aus dem Saarland, sondern direkt aus Berlin.

Ich hab mir gedacht… och… ich mach das gleiche wie im letzten Jahr… nur etwas länger. Bis zum 3. 1. hab ich vor hier zu verbringen.  Zuerst verbring ich die Zeit auf dem 25C3, dem alljährigen Kongress des Chaos Computer Clubs. Und natürlich habe ich diesmal wieder vor darüber zu bloggen… Wenn ich die Zeit dazu krieg. Heute mach ich mir die Zeit, auch wenn es Samstags abends ist… und ich etwas müde bin nach einer etwas kurzen Nacht. Aber zuerst einmal ein kurzer Blick zurück.

Gestern habe ich zuerst einmal auf der Wii Secret of Mana gezockt. Wow. Schon Level 5. Aber ich weiche ab. Nach dem Kofferpacken gings noch kurz auf nen Geburtstag. Und von dort weiter zum Flughafen. Nachdem ich um ca. 19.30 durch den Sicherheitsbereich gegangen bin, gings direkt in die Wartehalle. Bei der Lektüre des Jahres-Rückblicks vom Spiegel fand ich schnell einen Beitrag mit dem Bild vom Fast-Absturz eines Flugzeugs in Hamburg … na das nenn ich perfekte Vorbereitung.

Im Hintergrund lief auf einem großen TFT-Screen übrigens der nette RTL-Abend mit Best of Otto-Gags, die vermurkst wurden von aktuellen Comedians… Das Original ist immer noch besser… Ach ja… gefolgt von einem Ice-Age-Kurzfilm… Ich wusste gar nicht, dass man in einem 10 min Kurzfilm 2 Werbeblöcke unterkriegen kann… Naja… RTL halt.

Nun danach lief dann Der Herr der Ringe – Die Zwei Türme. Beginnt der Anfang noch mit Gandalf’s legendärem Spruch „You shall not pass“ (Previously in Middle-Earth), stand ich mit genau dem gleichen Motto in einer langen Schlange vor dem Terminal. Na super. Auch toll war die Szene, als Gollum die 2 Hobbits angegriffen hat, danach an die Leine gelegt wird und vor den 2 Leuten herumspringt… während parallel dazu im Hintergrund Katy Perry – I kissed a girl lippensynchron zu Gollums Performance läuft…. Ach deshalb ist das auch sein Schatz… Da wird mir schon so einiges klar.

Jedenfalls gings ein paar Minuten später endlich ins Flugzeug. Und um mir noch mehr Mut zu machen, las der Vordermann vor mir einen Beitrag über einen betrunkenen Piloten in London… Na Klasse. Wenigstens seh ich beim Herausschauen aus der Luke kein Kreuz am Strassenrand… der Startbahn halt. Und der Anschnallgurt passt auch farblich zu meinem Pulli… Meine Mutter würde sich freuen… Gut. Und ab gehts. Nach den üblichen Sicherheitsbelehrvideos beschließ ich meinen perfiden Plan… Ich bestelle mir Tomatensaft. Ich will das auch mal probieren. Aber besser nich… es ist scheußlich… aber mit den mitgegebenen Pfeffer- und Salz-Portionen kann man das ganze noch irgendwie genießbar machen. Wurx… Beim nächsten Mal will ich Maggi dazu.

Parallel dazu sind wir natürlich bei Nacht losgeflogen mit ner Viertelstunde Verspätung. Aber die Aussicht die sich dann nachts ergeben hat. Wow. Einen solchen Anblick hab ich so noch nicht erlebt (dank sternklarer Nacht). Überall kleine Lichtinseln. Mal größer, mal kleiner. Und das Hunderte Kilometer weit… Aber da ich nur nach Berlin geflogen bin, war der Anblick recht kurz, und nach einer Stunde Flug gings dann endlich nach unten. Berlin, da bin ich…

Und schon konnte es losgehen. Koffer suchen, Verkehrsticket besorgen… und gleich die ersten Berliner Spezialisten erleben. Senioren, die „S-Bahn, fahr mit der S-Bahn nach Hause… oder nimmste ne Taxe“ laut rufen. Und nach den ersten Freudesprüngen kommen somit die ersten traurigen Züge Berlins auf. Gut, das ging schnell wieder weg, als die ersten Italiener im Bus anfangen zu singen, besoffene Jugendliche andere Leute anpöbeln, Sprayer Werbebanner bemalen und verschmutzen oder gleich dagegen treten. War es letztes Mal auch so schlimm?

Gut, nach einer länglichen Tour mit Bus, S-Bahn und U-Bahn hab ich endlich mein Ziel erreicht…

Das Hotel befindet sich wörtlich 2 Meter von der U-Bahn-Station entfernt… und von ner Döner-Bude. Ach ja… das Hotel ist supergeil. Brandneu und so viele coole Sachen in dem Hotel. Das einzige doofe im Moment ist nur die Lage von meinem Zimmer direkt neben dem Fahrstuhl… Aber hab ich schon erwähnt, dass ich nen HD-Fernseher, Skype-Telefon und WiFi habe… und mir unten einen Segway oder iPods ausleihen kann. Wow… geilstes Hotel ever.

Und dann ab zum Kongress… Ab zu den Nerds. Also zum Alex hin und mal schauen, was da abgeht. Oh… erste Neuigkeit… Weniger Baustellen. Und da ist ein großes Gebäude, wo letztes Jahr noch ne Baugrube war… Hm… Dagegen ist unser Neubau ja ein echter Schneckenbau… erm… japp isses auch.

Aber der Fernsehturm ist noch der selbe wie immer…

Gut. Um ca. 23.30 hab ich dann endlich Sichtkontakt mit Bekannten, und nach der Tomatensaftnummer im Flugzeug rumorte es nun endlich kräftig im Bauch. Also ab in die Stadt. In ein schwarzes Café. Übrigens 24 Stunden lang geöffnet und die Küche läuft auch rund um die Uhr. So was sucht man im Saarland vergebens. Und das Hühnchenbrustsandwich war extralecker. Gut, gegen 2 Uhr sind wir dann aus dem Teil raus, aber für mich war es schon zu spät. Das wars für mich am ersten (kurzen) Abend.

Die Nacht war recht schlecht verlaufen, fremde Betten und so. Und so wurde ich nach langen Windungen morgens vom Zimmerservice geweckt. Oops.. Gegen Viertel vor 10. Nun, nach Frühstück und Zusammenpacken gings dann nun zum ersten Vortrag um halb 12 heute mit dem Namen „Datenpannen„. Das Jahr 2008 wird wohl in die Geschichte eingehen als das Jahr der großen Daten-GAUs mit den Katastrophen bei LIDL, anderen Discountern, Berliner Landesbanken, der Telekom, Universitäten, usw. Apropos Universitäten. Erinnern sich noch die Saarbrücker Studenten noch an die Anfangszeiten des CLIX-Systems, wo man am Anfang direkt mal alle persönlichen Daten inklusive Immatrikulationsdaten schnell und problemlos abfragen konnte (falls es jemand vergessen haben sollte).

Zum Schluss gab es noch einige Forderungen, die man durchführen müsste, darunter die Einführung eines Datenbriefes. Die Firmen, die die Daten ihrer Kunden einfordern, sollen sich jedes Jahr bei den einzelnen Kunden melden und ihnen mitteilen, was mit ihren Daten passiert ist, an wen die Daten weitergegeben worden sind und wozu und die Möglichkeit bei Missfallen, das „Datenverhältnis“ zwischen Datensammler und Datengeber zu trennen. Ich persönlich würde noch eine Art Daten-Schufa andenken, wo etwaige Datensammlerfirmen bewertet werden können nach der Art ihrer Datensammlung und woher die Daten stammen und wie legal diese erworben worden sind.

Gut, danach ging es ab in den MediaMarkt, wo ich mich ein wenig Material für meine Spielzeuge eingedeckt hab. Hach wie toll.

Danach gabs den nächsten Panel über den legendären „Hackerparagrafen §202c StGB„. Dazu gab es betroffene Leute wie Journalisten, Wissenschaftler aus Lehre und Forschung, sowie Sicherheitsexperten, die Erfahrung am lebenden Exemplar eines Politikers erfahren haben, an denen jegliche Form der Logik abzuperlen scheinen, trotz eingehender Warnung von Forschern, Hackern und Vertretern der Wirtschaft. Es sind Geschichten von Unsicherheiten bei Lehrveranstaltungen, Erstellung von Heften oder einfach der normalen Arbeit die man täglich verrichtet. Und der gesamte Tenor der Veranstaltung hat den Konsens, dass wir in einer sehr seltsamen Zeit leben, wo wir von Leuten geführt werden, die absolut keine Ahnung davon haben, worüber sie da überhaupt abstimmen. Selbst einfache Tools-Schreiber flüchten nun in die Anonymität, haben Angst, dass sie unter §202 StGB angezeigt werden würden, und dies ist auch einer der vielen Gründe dafür, dass der Fahrplan des 25C3 ausgerechnet zum 25. Jubiläum so dürftig ausgefallen ist.

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In die gleiche Richtung zielte der Talk danach über die „Terrorist All-Stars„. Eine Ansammlung von zahlreichen bösen Fällen, in denen Umweltaktivisten, Globalisierungsgegner und dergleichen jahrelange Gefängnisstrafen aufgedrückt bekommen unter dem Vorwand eines terroristischen Motivs. Und das nicht nur hier in Deutschland, sondern weltweit.

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Den Nachmittagsblock schloss ein Panel zum Beitrag „Das Grundrecht auf digitale Intimspähre“. Neben dem Hackerparagraphen, dem Bundestrojaner und weiterer Schauergeschichten tritt natürlich noch eine andere Art des persönlichen Daten-GAUs auf… Wenn nämlich die Polizei vor der Tür steht und einmal alle Festplatten, PCs und alles mögliche was nur nach Datensammlung aussieht einkassiert und konfisziert. Und das nur weil man eine Software für 40 Euro raubkopiert hat. Und dabei einen Polizeieinsatz lostretet, der deutlich mehr gekostet hat…

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Nach der folgenden Pause gings weiter zu dem Talk auf den ich mich seit Wochen gefreut habe. „Beyond Asimov – Laws for Robots„. Wow. Klasse… Erinnert mich doch leicht an unser MenschMaschinenMensch-Seminar. Ich hoffe, dass unsere Talks ähnlich gut sein werden. Schaut euch mal den Mitschnitt an, wenn er bald kommen sollte.

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So, das war dann der erste Kongress-Tag für mich. Erstes Fazit: Die Organisation um die Säle herum scheint deutlich besser organisiert zu sein als im letzten Jahr. Es gibt deutlich mehr Tische, mehr Sitzplätze draussen, bessere Orga beim Catering (mit abgesteckten Warteschlangen). Was mich allerdings im Moment stört sind die Talks derzeit. Die sind meist übervoll. Was durchaus damit begründet werden kann, dass oft nur 2 Talks anstatt drei stattfinden. Dadurch verteilen sich auf wenige Säle sehr viele Leute… Und so kommt es sehr oft vor, dass man schon 30 min vor dem Talk sich vor dem Saal befinden sollte, um sich noch rechtzeitig einen Sitzplatz sichern zu können. Am besten wäre es, meiner Meinung nach, wenn man die Talks besser verteilt hätte (z.B. immer nur 2 Talks und den Talk in Saal 2 in Saal 3 streamen), wäre der letzte Tag deutlich attraktiver gewesen, als er jetzt wäre, und es wäre eine bessere Verteilung der Leute (Strömungslehre und so ^^ *klugscheiß*). Ich könnte ja da helfen mit ein paar mathematischen Modellen… Aber schaun wir mal wie das die Tage noch klappen wird…

Btw… Bei dem ganzen Thema fühle ich mich doch an das gute alte Lied der PSB zurückerinnert… Integral aus dem Jahre 2006, das sich mit dem britischen Bestreben der britischen Regierung auseinandersetzt, als diese die Einführung einer ID-Karte (oder: Personalausweis) plante und Bürgerrechtsbewegungen fürchten, dass dies die Ermöglichung eines gläsernen Bürgers fördern würde, da dieser Perso nun mit allen möglichen Biometriedaten vollgepackt werden könnte und würde.

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